Duisburg-Panorama

Fernsicht von der Friedrich-Ebert-Brücke auf Natur, Wohnraum und Industrie

Ein Blick von der Friedrich-Ebert-Brücke auf Laar.

Ein Blick von der Friedrich-Ebert-Brücke auf Laar.

Foto: WAZFotoPool

Duisburg.   Die Friedrich-Ebert-Brücke verbindet Ruhrort und Homberg – und bietet einen der schönsten Ausblick auf die ruhrgebietstypische Nachbarschaft von Natur, Wohnraum und Schwerindustrie. Die Brücke ist nicht nur einer der unbekanntesten, sondern auch der vibrierendsten Aussichtspunkte der Stadt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es bedarf nicht immer eines kräftezehrenden Aufstiegs, um in dieser Stadt eine fantastische Fernsicht genießen zu können. Manchmal genügt allein ein freies Blickfeld – wie auf der Friedrich-Ebert-Brücke. Wer diese wichtige Verkehrsverbindung zwischen den Stadtteilen Ruhrort und Homberg zu Fuß erkundet, der wird staunen. Fast nirgends ist diese ruhrgebietstypische, weil unmittelbare Nachbarschaft von Natur, Wohnraum und Schwerindustrie besser zu beobachten als hier.

Wir entscheiden uns für einen Parkplatz an der Mühlenweide direkt unterhalb der Brücke, die im Jahr 1907 ihre Einweihung erlebte. Die damalige Ausführung ist mit der heutigen, modernen Stahlkonstruktion aber kaum vergleichbar. Beim Premierenmodell handelte es sich um eine Fachwerkkonstruktion mit einer Gesamtlänge von 625,8 Metern. Und für den Schiffsverkehr auf dem darunter fließenden Rhein blieb eine Öffnung von 200 Metern. Lange Zeit war sie die am weitesten gespannte Brücke Deutschlands.

Erst 1954 wiedereröffnet

Seine Namenlosigkeit verlor das Bauwerk erst im Juni 1933, als es in „Admiral Scheer Brücke“ getauft wurde, benannt nach dem Admiral der Hochseeflotte im Kaiserreich. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie – wie vier andere Duisburger Rheinbrücken auch – von Wehrmachts-Soldaten gesprengt wurde.

Es sollte bis Dezember 1954 dauern, ehe die neue und den größeren Verkehrsmengen angepasste Brücke wiedereröffnet wurde. Diesmal unter dem bis heute gültigen Namen Friedrich-Ebert-Brücke. Die letzte aufwändige Modernisierung erfolgte in den Jahren 1999 bis 2003. Dabei wurde die Brücke für 40 Mio Euro mit zusätzlichen Verstärkungselementen aus Stahl ausgestattet – alles, um den Mehrverkehr besser zu „schultern“.

A-40-Rheinbrücke zum Greifen nah

Zurück in der Gegenwart: Da donnert schon der nächste Lkw über eine der vier Fahrspuren. Wir stehen an der südlichen Brückenbrüstung. Schon jetzt steht fest: Dies ist nicht nur einer der unbekanntesten, sondern auch der vibrierendsten Aussichtspunkte der Stadt.

Der Blick gen Süden bleibt am westlichen Ufer zunächst am Hotel Rheingarten kleben. Direkt hinter diesem braunen, eckigen Homberger Hochhaus erhebt sich die Silhouette des Chemie-Riesen Sachtleben gen Himmel. Auch das nächste stählerne Verbindungsband auf diesem so ruhig und geschmeidig dahinfließenden Strom – die A-40-Rheinbrücke zwischen Neuenkamp und Essenberg – wirkt von hier zum Greifen nah.

Man mag sich kaum satt sehen

Der 180-Grad-Schwenk des Blickes endet, vorbei am Kunstwerk Rheinorange, am östlichen Ufer im Ruhrorter Hafen. Am Horizont ist das Spitzdach des künftigen Landesarchivs im Innenhafen zu erkennen. Dank seiner Höhe hat das unvollendete Gebäude schon jetzt das Zeug zur Landmarke.

Nicht minder beeindruckend ist die Fernsicht im Norden: Auf den sattgrünen Rheinauen grasen gleich mehrere Schafherden. Die A-42-Brücke zwischen Beeckerwerth und Baerl schrumpft aus der Entfernung genauso auf Spielzeuggröße wie das Thyssen-Werk in Bruckhausen. Man mag sich kaum satt sehen.

Alle Folgen der WAZ-Serie "Duisburg-Panorama" finden Sie auf unserer Serienseite für Duisburg

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben