Gericht

Faustschlag brach Nebenbuhler den Kiefer

Die Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Die Fassade des Land- und Amtsgerichts Duisburg an der Königstraße

Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg   Frau betrog Marxloher (38), während er in Haft saß. Angeklagter verlor die Beherrschung und kämpfte in Berufung vergeblich um Bewährungschance

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Wie ein Löwe kämpfte ein Marxloher (38) gestern in einem Berufungsprozess vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz um eine Bewährungschance. Doch am Ende reichten die wenigen positiven Ansätze im Leben des Angeklagten nicht für eine günstige Sozialprognose aus. Mit der Zurückweisung des Rechtsmittels bestätigte die Berufungskammer ein Urteil des Amtsgerichts Hamborn, das den Angeklagten wegen Körperverletzung zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt hatte.

Während einer Haft hatte der 38-Jährige erfahren, dass ein Bekannter während seiner zwangsweisen Abwesenheit ein sexuelles Verhältnis mit seiner Frau begonnen hatte. Doch auch nach der Entlassung des Angeklagten wollte er offenbar nicht von seiner Eroberung lassen. „Ich habe ihm mehrfach gesagt, er soll uns in Ruhe lassen. Doch das Reden hat anscheinend nichts genutzt.“

Nicht zum ersten Mal die Beherrschung verloren

Am 12. März 2016 verlor der Angeklagte die Fassung. Er schlug mit der Faust zu. Einmal. Dummerweise stürzte der Geschädigte wie vom Blitz getroffen nieder, schlug mit dem Kopf auf einer Motorhaube auf und brach sich dreifach den Kiefer. „Das wollte ich wirklich nicht“, bedauerte der Angeklagte. Zumal er inzwischen selbst einschlägige schmerzhafte Erfahrungen hat: Wegen einer Zyste musste ihm, genau wie dem Geschädigten als Folge des Schlages, ein Stück Hüftknochen in den Kiefer implantiert werden.

Der Angeklagte wies darauf hin, dass er sich inzwischen um seine zweijährige Tochter kümmere, einen Job - wenn auch nur auf 450 Euro-Basis bei seinem Schwager - gefunden habe und sein Leben nun endlich in den Griff bekommen wolle.

Der Berufungskammer war das zu wenig. Denn zugleich hatte der 38-Jährige zugegeben, noch regelmäßig Cannabis zu konsumieren. Und zur Tatzeit hatte der mehrfach einschlägig vorbestrafte und hafterfahrene Angeklagte bereits unter Bewährung gestanden. Zu allem Überfluss gibt es inzwischen schon wieder ein neues Ermittlungsverfahren gegen ihn.

Der Angeklagte wird nun wohl Haftaufschub beantragen müssen. Muss er vor Februar ins Gefängnis, wird sich voraussichtlich das Jugendamt der Tochter annehmen müssen. Bis Februar sitzt nämlich auch die Frau des Angeklagten noch in Strafhaft. Sechs weitere Kinder des Paares leben schon in Pflege bei anderen Familienmitgliedern.

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