Duisburg-Panorama

Fantastische Fernsicht von der Heinrich-Hildebrand-Höhe

Der Blick vom Gipfel der Duisburger Heinrich-Hildebrand-Höhe in Richtung Norden – über Wanheim, Wanheimerort und Hochfeld hinweg bis zur Innenstadt.

Der Blick vom Gipfel der Duisburger Heinrich-Hildebrand-Höhe in Richtung Norden – über Wanheim, Wanheimerort und Hochfeld hinweg bis zur Innenstadt.

Foto: WAZ FotoPool

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Duisburg.Selbst der glühendste Fernsicht-Verehrer steht hier oben vor dem Problem der geteilten Aufmerksamkeit: Denn auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe in Wanheim wollen bei klarem Wetter nicht nur die endlos entfernt erscheinenden Horizonte nach bekannten Landmarken abgesucht werden. Nein, die Blicke aller Besucher kleben zunächst am Gipfel-Kunstwerk „Tiger & Turtle“. Diese begehbare Achterbahn ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Hingucker.

Das war der rund sechs Hektar umfassende Angerpark rund um Duisburgs neuestes Wahrzeichen wahrlich nicht immer. Im Gegenteil: Hier stand einst die Zinkhütte der Sudamin MHD, auf deren Werksdeponie entstand dann die Heinrich-Hildebrand-Höhe. Als die Firma dann 2005 in die Insolvenz ging, blieben nicht nur diverse Werkshallen, sondern vor allem ein hoch belaseter, mit Schwermetallen und Giftstoffen verseuchter Boden zurück. Es bedurfte eines Kraftaktes seitens der Stadt Duisburg, um mit Hilfe diverser öffentlicher Fördermittel diese riesigen Altlastenflächen in eine Grünfläche zu verwandeln.

Es sollte bis 2008 dauern, bis alle Abbrucharbeiten, Abdichtungs- und Sanierungmaßnahmen abgeschlossen waren, der Angerpark fertiggestellt war und im November die Einweihung mit der Bevölkerung gefeiert werden konnte. Benannt wurde die Heinrich-Hildebrand-Höhe nach dem im Jahr 2004 verstorbenen Heimatforscher, der sich sehr um Wanheim verdient gemacht hatte. Eine Gipfel-Gedenktafel erinnert an sein Wirken.

Was dort oben aber noch fehlte, war ein Gipfelschmuck. Diverse Varianten wurden diskutiert. Den Zuschlag erhielten letztlich die beiden Künstler Heike Mutter und Ulrich Genth. Sie erschufen „Tiger & Turtle“. Der Tiger steht sinnbildlich für die Dynamik, die diese Skulptur schon aus der Ferne ausstrahlt. Während „Turtle“ – also Schildkröte – eine Anspielung darauf ist, dass sich die Besucher die Halde beim steilen Aufstieg zu Fuß nur in einem gaaanz langsamen Tempo erobern können. Das aus verzinktem Stahl gefertigte Kunstwerk wiegt etwa 90 Tonnen, kostete rund 1,7 Mio Euro und war nur dank der Mithilfe zahlreicher Sponsoren zu finanzieren.

249 Stahlstufen

Und wie ist nun die Fernsicht? Atemberaubend! Das gilt sowohl von jedem Punkt auf dem Haldengipfel, der in 66 Metern Höhe liegt – aber erst Recht von einer der insgesamt 249 Stahlstufen aus, die sich zu einem 220 Meter langen Kunstwerk-Weg zusammenfügen. Weil am Maximalpunkt weitere 20 Meter hinzukommen, schaut jeder Betrachter hier aus 86 Metern auf Duisburg und Umgebung hinab.

Und der Blick reicht weit: Im Süden taucht am Horizont der Düsseldorfer Fernsehturm auf. Dessen Pendant auf Mülheimer Stadtgebiet ist im Osten der auffälligste Punkt. Gen Norden reicht der Blick hinweg über Wanheim, Wanheimerort und Hochfeld auf die markante Skyline der Duisburger Innenstadt. Und wer im Westen über das Hüttenwerk Krupp-Mannesmann und den Rhein schaut, der ist mit den Augen ganz schnell am Niederrhein. Wie wundervoll sie ist, die Ruhrgebiets-Welt von hier oben. Spätestens jetzt wird auch klar, warum die Halde den Beinamen „Magic Mountain“ trägt: Dieser Berg ist wirklich magisch.

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