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Facebook-Debatte: Ist Geburtstags-Kuchen in Schulen erlaubt?

Selbstgebackene Muffins, geht das oder nicht beim Geburtstag in der Schule?

Foto: dpa Picture-Alliance / Andreas Franke

Selbstgebackene Muffins, geht das oder nicht beim Geburtstag in der Schule?

Duisburg.   Ein Kind musste seinen Geburtstags-Kuchen wieder mitnehmen, die Eltern waren entrüstet. Was darf an Grundschulen ausgegeben werden?

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Geburtstag in der Grundschule: Stolz marschieren die Kleinen in die Klasse und geben selbst gebackene Muffins, Kuchen oder Eis an die Mitschüler aus. An einer Grundschule in Duisburg gab es kürzlich jedoch Tränen, der Kuchen durfte nicht verteilt werden. Eltern hatten zuvor entschieden, dass Naturalien in der Klasse tabu sind. Die Entrüstung brach sich in den sozialen Netzwerken Bahn. Wir haben nachgefragt, ob es allgemeingültige Regeln gibt.

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat ein Faltblatt herausgegeben, dessen Ratschläge für Kindergärten oder Schulen gelten. Hier geht es um allgemeingültige Hygienevorschriften in der Küche („Hände waschen!“, „Arbeitsplatte mit einem frischen Lappen abwischen!“), außerdem um die Einhaltung von Kühlketten bei Produkten mit frischen Eiern oder Sahne. Schulrätin Gabriele Lützenkirchen-Modro betont, dass diese Empfehlung alle Bildungseinrichtungen erreicht habe. Wie Geburtstage oder Schulfeste gefeiert werden, das entscheide indes jede Schule eigenständig, teils auch klassenweise.

Problem sind häufiger auftretende Allergien

Das Problem sind immer häufiger auftretende Allergien, etwa gegen Nüsse oder Obst, hinzu kommen Laktoseintoleranz, Krankheiten wie Diabetes. „Das ist für ein Kind bitter, wenn es bei allen Geburtstagen ausgeschlossen ist und nicht mitessen darf“, sagt Lützenkirchen-Modro. Manche Klassenpflegschaft lasse dann die Eltern entscheiden, welche Alternativen möglich seien, etwa kleine Geschenke für die Schulbücherei, Spiele für den Klassenschrank oder ähnliches. Feiern könne man schließlich auch ohne Kuchen.

Allergie-Symptome wegen Gluten, ein Zuckerschock wegen Diabetes, eine Salmonellen-verseuchte Klasse – sicherlich der Alptraum eines jeden Grundschullehrers. Aber in Duisburg sehen das viele Schulen nicht so dramatisch, wie ein kleiner Rundruf zeigte: „Bei uns ist es erlaubt, Selbstgebackenes mitzubringen“, sagt Silvia Hass von der Grundschule an der Habichtstraße. „Sehr beliebt sind Muffins und Kuchen und im Sommer Eis.“ Auch an der Grundschule in der Hebbelstraße steht man dem gelassen gegenüber: „Muffins? Ich nehm’ die alle gerne“, sagt Julia Krisp lachend. „Wir sehen das mit Freuden, wenn mal jemand etwas mitbringt oder Reste verteilt.“

Nichts Süßes mit Sahne

Petra Ehm von der Städtischen Katholischen Grundschule an der Nombericher Straße sieht das ähnlich: „Wir nehmen das dankend an. Süßes mit Sahne darf allerdings nicht verteilt werden. Es kommt aber auch regelmäßig das Gesundheitsamt und klärt darüber auf.“ Von anderen Schulen und Kindergärten weiß sie aber, dass es dort anders ist: „Meine Enkel zum Beispiel haben ein eigenes Rezepte-Buch ausgeteilt bekommen, in dem steht, was geht und was nicht.“

An der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule an der Pestalozzistraße 8 sei es von Klasse zu Klasse unterschiedlich. Je nachdem, was mit den Eltern besprochen wurde. Allgemein werde aber darauf geachtet, das die Schüler nicht zu viel Zucker zu sich nehmen. „Die Eltern haben das positiv aufgenommen“, sagt Sekretärin Zimmer. „Im Sommer gibt es aber auch schon mal ein Eis, wenn jemand Geburtstag hatte“, fügt sie hinzu.

>> ENTSCHEIDUNG DER KLASSENPFLEGSCHAFT

Zu jeder Klasse gehört eine Klassenpflegschaft, die sich zum Beginn des Schuljahrs trifft und zu der alle Eltern/Erziehungsberechtigten und der Klassenlehrer gehören. Aus den Reihen der Eltern werden Vorsitzender und Stellvertreter gewählt. Es geht um Fragen zum Unterricht oder zum Schulleben - auch zu Festen.

Wegen der öffentlich geführten Debatte hat die betroffene Grundschule die Eltern zum Gespräch geladen, um alle auf den gleichen Stand zu bringen.

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