Gericht

Ex-Freundin vergewaltigt: Duisburger ging selbst zur Polizei

In zweiter Instanz verurteilte das Landgericht am König-Heinrich-Platz einen 38-jährigen Walsumer wegen Vergewaltigung einer Widerstandsunfähigen

In zweiter Instanz verurteilte das Landgericht am König-Heinrich-Platz einen 38-jährigen Walsumer wegen Vergewaltigung einer Widerstandsunfähigen

Foto: Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Während sie schlief, hat ein 38-Jähriger aus Duisburg seine Ex-Freundin vergewaltigt. Anschließend ging der Walsumer selbst zur Polizei.

Dass Sexualstraftäter am Tag nach der Tat selbst zur Polizei gehen, kommt sehr selten vor. Noch ungewöhnlicher ist es, dass ein Walsumer (38) seine Selbstanzeige mit der Erklärung eröffnete, er habe einvernehmlichen Sex mit seiner Ex gehabt. In zweiter Instanz musste sich nun das Landgericht am König-Heinrich-Platz mit dem ungewöhnlichen Fall auseinander setzen.

Nur so viel war seit dem 22. April 2019 sicher: Der Angeklagte und seine 27 Jahre alte Ex-Freundin hatten Sex gehabt. Doch während der 38-Jährige bis beinahe zuletzt beteuerte, das sei irgendwie doch einvernehmlich gewesen und er habe geglaubt, die Frau sei wach gewesen, hatte die Geschädigte von Anfang an etwas ganz anderes geschildert.

38-Jähriger aus Duisburg brachte Ermittlungen selber in Gang

Weil sie sich um ein krankes Pferd kümmern musste, dass in der Nähe untergebracht war, hatte sie in der Wohnung des 38-Jährigen übernachtet. Nur mit Unterwäsche bekleidet hatten sich beide in sein Bett gelegt. Der Angeklagte nutzte die Situation aus. Was die erschöpft schlafende Geschädigte allerdings erst merkte, als der Mann auf ihr lag.

Als sie ihn aufforderte, damit aufzuhören, hörte er sofort auf. Er entschuldigte sich per Textnachricht bei der 27-Jährigen und deren Mutter. Als die ihn aufforderten, sich lieber selbst anzuzeigen, ging er zur Polizei. Seine Schilderungen dort waren kein Geständnis, brachten die Ermittlungen aber in Gang. Diese offenbarten eine Tat, unter deren psychischen Folgen die 27-Jährige bis heute leidet.

Angeklagter legte zuletzt doch noch ein Geständnis ab

In erster Instanz hatte der bislang unbescholtene Angeklagte den Übergriff bestritten, so weit der wortkarge Lkw-Fahrer die Zähne überhaupt auseinander bekam. Das Amtsgericht Hamborn hatte an seiner Schuld keinen Zweifel gehabt und den 38-Jährigen zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Der zog in die Berufung, um seinen Anwalt die schon in erster Instanz vorgetragene unglaubwürdige Version noch einmal erzählen zu lassen. Die Staatsanwältin wies irritiert darauf hin, dass ein Freispruch undenkbar sei und man ohne Geständnis auch zu keiner Bewährungsstrafe kommen könne. Nach langer Beratung mit seinem Anwalt nickte der Angeklagte den neuen Vortrag seines Verteidigers ab: Die Anklage treffe zu und die Geschädigte habe geschlafen.

Angesichts des Geständnisses und der bemerkenswerten Gesamtumstände der Tat senkte die Berufungskammer das Strafmaß auf die Mindeststrafe von zwei Jahren ab. Die Strafe wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

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