Versuchter Totschlag

19-Jährige stoppen Messerangriff: Täter stellt sich

Nach dem Angriff auf seine Ex-Freundin hat sich der mutmaßliche Täter der Polizei gestellt.

Nach dem Angriff auf seine Ex-Freundin hat sich der mutmaßliche Täter der Polizei gestellt.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Duisburg.   Der 37-Jährige, der in Duisburg seine Ex-Freundin angegriffen hat, ist in Haft. Zeugen, die den Mann stoppten, berichten von dem Erlebnis.

Der tatverdächtige 37 Jahre alte Mann, der am vergangenen Mittwoch seine ehemalige Lebensgefährtin (36) bedroht und verletzt haben soll, hat sich am Montag der Polizei gestellt. Er wurde am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt und sitzt wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft, so Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag.

Mutige Zeugen hatten den Vorfall auf einem Sportplatz zwischen der Halener Straße und Schwarzer Weg in Duisburg-Homberg beobachtet, waren eingeschritten und hatten so Schlimmeres verhindert. Die verletzte Frau kam ins Krankenhaus, es bestand aber keine Lebensgefahr. Es gebe mehrere Verdachtsmomente, die nahelegten, dass der 37-Jährige seine Ex-Freundin habe töten wollen, sagte ein Polizeisprecher bereits vergangene Woche. Er habe das auch mit drastischen Worten angekündigt.

Mutiger Zeuge berichtet von dem Vorfall

Einer der beiden 19-Jährigen Zeugen, die diese Drohungen hörten, aber anonym bleiben wollten, berichtet von dem Tag: Quatschen und chillen wollte er mit seinem Kumpel, als sie an dem Mittwoch in Alt-Homberg auf dem Sportplatz saßen. Dann wurde ihre Entspannung jäh unterbrochen: Der tatverdächtige 37-Jährige hat seine 36-jährige ehemalige Lebensgefährtin brutal über den Platz gezogen und bedroht. Sie hätten sofort gemerkt, dass da etwas nicht stimmt, berichtet der Augenzeuge. Unsicher, ob sie sofort handeln sollten, beobachteten sie, wie der Mann die Frau in eine kleine Hütte hinter der Ersatzbank ziehen wollte - außerhalb des Sichtfeldes der beiden. „Da war klar, dass da gerade was schief geht“, erzählt er.

Einer der 19-Jährigen verletzte sich leicht

„Wir haben die Frau gefragt, ob es ihr gut geht. Sie war total verheult und sagte sofort, es geht ihr nicht gut“, beschreibt der Zeuge. Es gab ein Handgemenge, bei dem sich die beiden Jungs zwischen das Paar stellten. „Der Mann hat die Frau angebrüllt, sie solle sagen, dass alles gut ist, hat sie aber nicht.“ Und während die Jungs laut um Hilfe brüllten, habe der Mann die Frau angegriffen, an den Haaren auf den Boden gezogen. „Wir haben die Frau von ihm weggezogen, und dann hatte er plötzlich ein Cuttermesser in der Hand“, beschreibt der 19-Jährige.

Während sich einer der 19-Jährigen bei der Auseinandersetzung mit dem Flüchtigen durch einen Sturz verletzte, blieb der zweite bis auf einen Schnitt in seiner Kleidung unverletzt. Die Frau selbst hatte eine stark blutende Wunde am Kopf. Der Angreifer hielt ein Büschel Haare in der Hand. „Der Mann war wie im Rausch, ganz klar“, erinnert sich der 19-Jährige. „Wir haben getreten, geschlagen, aber das hat den gar nicht interessiert.“

Elfjähriger Junge unterstützt die Zeugen mit einem Holzstock

Schließlich flüchtete der Mann, warf das Cuttermesser weg. Der Polizei konnten die Zeugen zumindest die Richtung weisen. Hilfreich sei ein elfjähriger Junge gewesen, der als erstes auf die ganzen Hilfeschreie reagiert und mit einem Holzstock angerannt kam. „Der hatte Mut!“, lobt der Augenzeuge.

Wie knapp es war, sei den beiden erst hinterher klar geworden. Aber sie würden immer wieder helfen, vor allem wenn eine Frau bedroht wird: „Wir sind Straßenjungs, wir kennen solche Situationen, da reagiert man intuitiv.“

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