Malteser-Orden

Erster Staatsbesuch führt Malteser-Großmeister nach Duisburg

Polizei und Dolmetscher (links) sind immer dabei beim Staatsbesuch des Malteser-Großmeisters Fra' Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto (Mitte) in Duisburg.

Polizei und Dolmetscher (links) sind immer dabei beim Staatsbesuch des Malteser-Großmeisters Fra' Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto (Mitte) in Duisburg.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.  Bei seinem ersten Deutschlandbesuch trifft der Malteser-Großmeister Laschet, Steinmeier und Schäuble. Warum seine Reise erst nach Duisburg führt:

Vor etwa 1000 Jahren ritten Ritter auf Hengsten mit Harnisch und Helm ins Heilige Land. Einige Ritterorden – wie die Malteser – verpflichteten sich, Pilger zu pflegen und zu beschützen. Das übernehmen heutzutage Krankenpfleger, Sanitäter, Ärzte, Sozialarbeiter, Ehrenamtler und viele weitere Neuzeit-Ritter. Der Malteser Großmeister Fra‘ Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto stattete bei seinem ersten offiziellen Deutschland-Aufenthalt den Duisburger Maltesern am Montagabend einen Besuch ab.

Das Huckinger Hospizzentrum St. Raphael war das erste Ziel di Sanguinettos. Bis Samstag weilt der Präsident des Malteser-Ordens in Deutschland: Weitere Treffen sind geplant mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Vor der Hospizpforte empfängt erstmal Leiterin Mechthild Schulten den Großmeister, der seit 2018 im Amt ist. Sie begrüßt ihn herzlich und zeigt ihm die Einrichtung nach einem gemeinsamen Gebet hinter verschlossenen Türen.

Malteser-Großmeister zum Duisburger Hospiz: „mehr Hotel als Heim“

„Das erinnert mehr an ein Hotel als an ein Heim“, sagt di Sanguinetto. „Solche modernen Pflegeorte gibt es in Italien nicht“, berichtet der in Rom lebende Großmeister. Der 74-Jährige zeigt sich beeindruckt von der Einrichtung. Händeschüttelnd zieht er durch die Flure, begrüßt Mitarbeiter, Ehrenamtler und Bewohner.

Klaus Kosboth lebt seit einigen Jahren im St. Raphael: „Die Schwestern sind mit Herz dabei, ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben“, sagt der 88-Jährige im Gespräch mit di Sanguinetto. Besonders draußen fühle er sich wohl, „das ist ja fast eine Parkanlage hier“, findet der Duisburger. Lächelnd schüttelt er den Großmeister zum Abschied die Hand. „Gerne hätte ich noch mit seiner Eminenz geredet, aber seine Zeit ist natürlich knapp“, erzählt Kosboth im Anschluss an den Besuch. Für ihn ist das Gespräch eine große Ehre.

Die Aufgaben der Malteser haben sich seit dem 11. Jahrhundert nicht verändert

„Die Hospizarbeit ist mir besonders wichtig, weil sie seit jeher eine der zentralen Aufgaben des Ordens übernimmt“, erklärt di Sanguinetto, der auf Lebenszeit gewählt ist. Seit 40 Jahren engagiert er sich in verschiedenen Hospizen. Seit 1985 ist er Ordensmitglied bei den Maltesern, die in mehr als 90 Ländern der Welt karitativ tätig sind.

Vielleicht wegen seiner Erfahrung bleibt er ein wenig länger bei der leitenden Krankenschwester im Hospizzentrum stehen, Annette Helling, und bedankt sich persönlich für ihr Engagement. Annette Helling ist zwar ohne Ross und Rüstung, aber sie übernimmt die Aufgaben der katholischen Ordensgemeinschaft, die sich im Kern seit dem 11. Jahrhundert nicht verändert haben – Verletzte, Kranke und Sterbende zu pflegen und zu betreuen.

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