Nahverkehr

Entenfang-Bewohner kämpfen für Erhalt der Regionalbahn RB 37

Nicole Kucharski (Mitte) lebt mit ihren beiden Söhnen Robin (links) und Timo (rechts) auf dem Campingplatz am Entenfang zwischen Duisburg und Mülheim. Sie sagt: Für den Weg zur Arbeit und zur Schule würde jeder von ihnen künftig eine Stunde länger brauchen, wenn die RB 37 nicht mehr fährt.

Nicole Kucharski (Mitte) lebt mit ihren beiden Söhnen Robin (links) und Timo (rechts) auf dem Campingplatz am Entenfang zwischen Duisburg und Mülheim. Sie sagt: Für den Weg zur Arbeit und zur Schule würde jeder von ihnen künftig eine Stunde länger brauchen, wenn die RB 37 nicht mehr fährt.

Foto: Mara Tröger / Funke Foto Services

Duisburg-Bissingheim/Mülheim.  Bewohner des Campingplatzes sind auf die RB 37 angewiesen. Für ihren Erhalt kämpfen sie mit Unterschriften und Briefen an zwei Oberbürgermeister.

Gegen das Aus für den Entenfangexpress genannten Regionalzug RB 37 regt sich weiterer Protest: Die Camper am Entenfang fühlen sich abgehängt, sie sorgen sich um die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen und Schulen. Eine Unterschriftenliste haben mehr als 320 Betroffene unterschrieben, sie ist den Oberbürgermeistern von Duisburg und Mülheim zugesandt worden mit der dringenden Bitte, den Entenfang auch weiterhin an den Nahverkehr anzuschließen.

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wird die Zugverbindung zwischen Duisburg-Entenfang und -Hauptbahnhof gekappt. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) argumentiert, die RB 37 sei eine der am wenigsten nachgefragten Strecken im gesamten VRR-Gebiet; selbst am Duisburger Hauptbahnhof stiegen aus diesem Zug im Durchschnitt nur 13 Fahrgäste aus und 14 ein. Damit sei der Entenfangexpress „weder wirtschaftlich noch verkehrlich zu vertreten“. Das Nahverkehrsangebot werde ohne den Zug sogar besser: Die Buslinie 928 wird dafür aufgestockt; statt stündlich soll sie künftig im 30-Minuten-Takt fahren; während der Berufsverkehrzeit sogar alle 15 Minuten. Allerdings: Die Haltestelle Entenfang entfällt – und das ist für die Camper zwischen Duisburg und Mülheim ein großes Problem.

500 Entenfang-Bewohner werden vom Nahverkehr abgeschnitten

„Etwa 500 Personen haben auf diesem Campingplatz ihren ersten Wohnsitz“, sagt Helmut Kopp. Der langjährige Duisburger lebt selber seit 2003 dort. „Mit Wegfall des öffentlichen Personenverkehrs wäre der Entenfang von der Umwelt abgeschnitten, wenn man kein geeignetes Fahrzeug besitzt“, kritisiert er. Das beträfe das ganze Leben: Nur noch sehr schwierig zu erreichen wären Schule und Arbeitsplatz, Geschäfte, Ärzte und Apotheken.

Nicole Kucharski wohnt mit ihren beiden schulpflichtigen Kindern auf dem Entenfang. Der Wegfall der RB 37 „trifft mich hart“, sagt sie: Die Krankenschwester arbeitet im Schichtdienst, Auto oder Führerschein besitzt sie nicht. Bislang fährt sie mit dem Entenfangexpress zur Arbeit. Ohne „wäre ich eine Stunde länger unterwegs“, sagt sie. Ihre Kinder (15 und 17 Jahre) besuchen die Sekundarschule Am Biegerpark; auch sie nutzen bislang die RB 37, um vom Campingplatz aus zur Schule zu kommen. Weil die Buslinie 928 den Entenfang nicht anfährt, müssen Nicole Kucharski und ihre Kinder künftig erst zum Bissingheimer Dorfplatz, bevor sie den ÖPNV nutzen können. „Das wären knapp drei Kilometer, die man über eine Straße ohne Beleuchtung und Bürgersteig laufen muss.“

Entenfang-Bewohner haben 322 Unterschriften gesammelt

Gemeinsam mit Helmut Kopp hat Nicole Kucharski nach eigenen Angaben 322 Unterschriften gesammelt. Die Unterzeichner eint dasselbe Ziel: Sie wollen, dass der Entenfang weiterhin angefahren wird – wenn nicht von der RB 37, dann wenigstens von einer Buslinie. „Wenn der Betrieb der RB 37 wirklich nicht aufrecht erhalten werden kann, sollte zumindest eine Buslinie, die bisher bis zum Bissingheimer Dorfplatz geht, bis zum jetzigen Bahnhof Duisburg-Entenfang verlängert werden“, schreibt Kopp in einem offenen Brief an den Duisburger Oberbürgermeister Sören Link und seinen Mülheimer Kollegen Ulrich Scholten.

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