Suchen und Finden

Eine Ausstellung für Entdecker in Duisburg

Seit dem Jahr 2000  firmieren Detlef Kelbassa und Corinna Kuhn als Kelbassas Panoptikum. Von innen offenbart sich in dem Kunsthelm eine komplett neue Welt.

Seit dem Jahr 2000 firmieren Detlef Kelbassa und Corinna Kuhn als Kelbassas Panoptikum. Von innen offenbart sich in dem Kunsthelm eine komplett neue Welt.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.  Detlef Kelbassa und Corinna Kuhn haben aus Einzelteilen ein Panoptikum kreiert. Beim Suchen und Finden stoßen Betrachter auf Überraschungen.

Es gibt Jäger und es gibt Sammler. Detlef Kelbassa und Corinna Kuhn gehören eindeutig zu letzteren. Im Laufe der vergangenen Jahre haben die beiden Künstler immer wieder besondere und skurrile Funde gemacht, diese behalten und aus ihnen ein großes Panoptikum gestaltet. Ihre Wunderkammer, Kacheln mit seltsamen Wesen und die selbst gebaute Stadt namens Utopia sind aktuell im Kultur- und Stadthistorischen Museum zu finden. Eine Geschichte vom Suchen und Finden.


Hinter einer Klappe schauen den Besucher ein paar Augenpaare an. In einem alten Reisekoffer für Brieftauben versteckt sich ein Hai. Von der Decke hängt eine Art Kunsthelm. Von außen sieht es witzig aus, wenn man den Kopf hineinsteckt und so Teil des Kunstwerks wird. Dem Betrachter des Innenlebens erschließt sich indes eine komplett neue Welt – in diesem Fall erinnert sie an den Weltraum. „Die Neugier ist der Antrieb des Entdeckens“, heißt es in einem Zitat, das außen am Wunderschrank angebracht ist. „Wir leben ja sonst mit unseren Werken im Haus. Hier im Museum kommen die besonders schön zur Geltung“, freut sich Detlef Kelbassa. Cornelia Kerth-Jahn vom Kultur- und Stadthistorischen Museum findet die Ausstellung spannend: „Die Arbeiten stehen in der Tradition von Gerhard Mercator. Nur, dass er Duisburg eigentlich nie verlassen hat.“

Großes Natur-Wissen

Früher hat Corinna Kuhn auf 40 Quadratmetern gewohnt. Die Räume waren irgendwann voll. Nun sind es 140 Quadratmeter und auch diese Zimmer platzen aus allen Nähten. Einem Teil der Sammlung haben sie mit einem Wunderschrank einen Rahmen gebaut. „Bei uns darf man alles öffnen und hineinschauen“, fordert Corinna Kuhn die Betrachter auf. Sie spielen mit einem Augenzwinkern auf die alten Wunderkammern an, in denen früher Entdeckungen präsentiert werden. Honorigen Forschern stellt Kelbassa, gelernter Retuscheur, ein paar Fantasiewesen an die Seite, die sich auf die Bilder geschmuggelt haben.

Ihre biomorphen Phänomene zeugen vom großen naturwissenschaftlichen Wissen. „Wir betrachten den Mikrokosmos und machen ihn sichtbar“, beschreibt Corinna Kuhn die Arbeit. Die Ideen für ihre Werke entwickeln sie gemeinsam. „Das ist ein spannender Prozess, manchmal etwas aufreibend.“ Und dann ist noch in Kooperation mit Jugendlichen eine Stadt namens Utopia entstanden, aus Pappmaché, wie so viele ihrer Werke. Manche anarchische Sicht auf die Gesellschaft wird auf die Spitze getrieben. Alte Laschen von Weinkartons werden zu Fenstern, Plastik-Halterungen für Pralinen werden eingebaut. „Dahinter steckt eine Haltung“, betont Kelbassa. Er und Corinna Kuhn huldigen im Eingangsbereich zahlreicher Utopisten, die mit ihren Ideen die Welt ein bisschen besser und fortschrittlicher gemacht haben. Kelbassas Panoptikum macht sie zudem fantasievoller.

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