Integration

Ein neues Theaterprojekt gilt drei Weltreligionen

Vergangene Produktionen drehten sich um Themen wie Flucht und Vertreibung oder, wie hier, um  Essverhalten.

Vergangene Produktionen drehten sich um Themen wie Flucht und Vertreibung oder, wie hier, um Essverhalten.

Foto: Herbert Höltgen

Duisburg-Innenstadt.   Institut Theatervolk sucht Amateurschauspielerinnen und -schauspieler christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens für „Trialog“.

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Das theaterpädagogische Institut Theatervolk startet mit „Trialog“ ein neues, interreligiöses Projekt, bei dem Menschen christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens im Mittelpunkt und gemeinsam auf der Bühne stehen sollen. Dafür suchen die Projektleiter noch Amateurinnen und Amateure, die Lust haben, Theater zu spielen.

Die Proben finden ab 6. September in der Cubus-Kunsthalle im Kantpark statt und dauern bis Dezember: zunächst montags und donnerstags von 18 bis 20.15 Uhr, nach den Herbstferien kommen ein bis zwei Samstagsproben hinzu, dafür gibt es weniger Montagsproben. In den Ferien selbst wird nicht geprobt. Geleitet werden die Abende von der Theaterpädagogin Riccarda Tomberg und dem Theaterpädagogen, Schauspieler und Regisseur Stefan Filipiak.

Ehrlicher und offener Blick auf Religionen

Im Dezember wird das Projekt seinen Höhepunkt in mindestens drei öffentlichen Aufführungen in Duisburg finden – und zwar in einer Synagoge, in einer Moschee und in einer Kirche. Denn das ist es, was dieses Projekt zu einem kritischen und integrativen macht: ein ehrlicher und offener Blick auf die drei großen Religionen Christentum, Judentum und Islam sowie die Konfrontation damit.

Gemeinsamkeiten und Unterschieden werden genauso thematisiert wie Vorurteile, Erfahrungen und Wünsche der dann circa 20 Teilnehmer: Wie ergeht es mir mit dem Ausleben meiner Religion in Deutschland, insbesondere in Duisburg? Welche Reaktionen bekomme ich? Und wie ist meine Sicht auf andere Religionen?

Begleitet wird die Entwicklung des Theaterstücks von einer sozialwissenschaftlichen Erhebung. Dabei soll der Vorher-Nachher-Effekt sowohl bei den einzelnen Mitgliedern des Schauspielensembles als auch beim Publikum erfragt werden. „Wir wollen, dass in den Köpfen der Zuschauer etwas passiert“, sagt Martin Menzel-Bösing, einer der beiden Geschäftsführer von Theatervolk, „aber konkrete Antworten wollen wir nicht geben.“

Interkulturelle Themen

Theatervolk ist ein junges, theaterpädagogisches Institut mit Sitz in Duisburg und Dortmund. Die Themen, die es in den Vordergrund stellt sind meist interkulturell; vergangenes Jahr wurde bereits ein Projekt zum Thema Flucht und Heimat durchgeführt. Aber auch Workshops zum Thema Demenz oder Essverhalten gab es schon.

Das neue Projekt „Trialog“ wird vom Landesministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration gefördert. Die Teilnahme ist kostenlos, Teilnehmer sollten mindestens 18 Jahre alt sein und über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, Schauspiel-Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

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