Politik

„What’s Left“: Ein Forum für linke Politik in Duisburg

v.l.Theo Steegmann (l.) und Hendrik Thome wollen mit ihrer Initiative „What’s Left“ Bürgern ein Forum bieten. Foto:Tanja  Pickartz

v.l.Theo Steegmann (l.) und Hendrik Thome wollen mit ihrer Initiative „What’s Left“ Bürgern ein Forum bieten. Foto:Tanja Pickartz

Die Duisburger Initiative „What’s Left“ stellte ihre Ziele vor. Die Bewegung ist offen für alle. Ein Schwerpunkt liegt auf sozialen Themen.

„Wir glauben an unser Potential im Pott. Das Wir entscheidet.“

Mit diesem Slogan werben der alte Gewerkschafter Theo Steegmann und der Linkspolitiker Hendrik Thome für die Bewegung „What’s Left?“. Am Donnerstagabend hatten sie im Hotel Montan in Marxloh ihre Initiative vorgestellt. „What’s Left“ sei eine „Basisbewegung“, eine „kleine Initiative“, die sich Fragen stellt: „Was ist links?“, „Was ist geblieben?“ Und vor allem diese: „Wie kommen wir zu einer linken Mehrheit, die Einfluss auf die Politik der Groko in Duisburg nehmen kann“, erklärt Hendrik Thome. Linke, Grüne, Sozialdemokraten, aber auch – und dies ist den Initiatoren der Bewegung besonders wichtig – parteilose Bürger sind eingeladen, mitzumachen. Ziel sei es, Themen in der Stadtgesellschaft so zu verankern, „dass sie von der GroKo nicht beiseite geschoben werden können“, so Thome.

Keine Parteigründung

Hendrik Thome, selbst 25 Jahre Mitglied der SPD und Gründungsmitglied der Duisburger Linken, verwies auf die Erfolge, „die wir in Duisburg durch die Bürgerbegehren bei der Abwahl von Adolf Sauerland und beim Outlet-Factory erreicht haben.“ „Dies“, so Theo Steegmann, „sollte uns selbstbewusst machen. Wir wollen keine Partei gründen, aber programmatische Gemeinsamkeiten suchen, mit denen wir 2020 andere Mehrheiten im Rat kriegen.“ Viele Menschen in der Stadt resignierten. „Ich habe oft gehört, jetzt wählen wir den schwarzen Filz ab und kriegen einen roten“, erzählt Theo Steegmann.

Inhaltliche Arbeit in vier Themenforen

Ganz konkret soll dies in vier Foren passieren, die thematisch überschrieben sind mit: „Bildung“, „Soziale Stadt“ (Sozialer Arbeitsmarkt, soziale Entwicklung in den Stadtteilen), „Stadtplanung“ (Nahverkehr, Wohnen, Investitionen) und „Kultur – Soziokultur“. Für jedes Forum haben sich am Donnerstagabend bereits jeweils rund zehn Teilnehmer eingetragen. Sie werden sich in den kommenden Wochen per Mail austauschen und in kleineren Gruppentreffen Inhalte erarbeiten, bevor sich wieder die große Runde trifft.

Kinderarmut, sozialer Wohnungsbau, Integration

Hendrik Thome und Theo Steegmann sind mit dem Auftakt zufrieden. Es kamen rund 60 Interessierte, wie erwartet Linke und Grüne, aber auch Sozialdemokraten und parteiunabhängige Bürger. Die Initiatoren sind sich bewusst, dass es bereits einige Bewegungen gibt, wie beispielsweise „Intakt – Wem gehört die Stadt“. Und mit der Sammlungsbewegung „Aufstehen“ von Sahra Wagenknecht wird noch eine weitere dazu kommen. Ein erstes Treffen in Duisburg wird es am 19. Oktober ab 18 Uhr im Cafe Museum geben. Dennoch sehen Thome und Steegmann Platz für eine weitere Bewegung in der Stadt. Während beispielsweise„Intakt“ verstärkt auf Umweltthemen schaut, „wollen wir uns auf soziale Themen konzentrieren“, so Thome. Und von denen gebe es genug in Duisburg: Kinderarmut, sozialer Arbeitsmarkt, sozialer Wohnungsbau, Integration, Stadtteilarbeit. Zudem wolle man sehen, wie sich die einzelnen Bewegungen untereinander vernetzen lassen. Denn, so Theo Stegmann: „Nur gemeinsam können wir was erreichen.“

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik