Politik

Duisburgs SPD sucht das Gespräch da, wo es weh tut

Foto: Stephan Eickershoff

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Mit dem neuen Format Thekengespräch will die SPD hören, was Sorgen und Ängste der Menschen sind. Zum Auftakt geht es in eine AfD-Hochburg.

Die Duisburger SPD will dahin gehen, „wo es weh tut“, kündigt ihr Parteivorsitzender Ralf Jäger an. Mit neuer Bürgernähe und direkter Ansprache will sie in jene Stadtviertel gehen, in denen sie bei den vergangenen Bundestags- und Landtagswahlen schwere Stimmverluste an die rechtspopulistische AfD hinnehmen musste oder Duisburger gar nicht mehr wählen gingen. „Thekengespräch“ heißt das neue Format, an dem auch die Spitzenriege der Partei teilnimmt. Auftakt ist in der „Marktklause“ in Neumühl, dort wo die AfD mit 29,69 Prozent bei der Bundestagswahl im September 2017 stärkste Partei war.

Detailliert hat die SPD auch mit wissenschaftlicher Begleitung Wahlanalyse betrieben und macht offenkundig, was lange zumindest öffentlich nicht eingestanden wurde: Ein beträchtlicher Teil der AfD-Wähler kommt aus dem SPD-Lager. „Das sind ja keine Rechtsradikalen. Das sind oft Menschen, die von der Politik enttäuscht sind, die Verlustängste haben“, meint Parteichef Jäger. Eben die will die SPD zurückgewinnen. Und Jäger will, dass sich Duisburgs Sozialdemokraten erneuern, neu aufstellen und ausrücken. „Wir dürfen nicht warten. Wir müssen zu den Menschen gehen und ihnen zuhören“, so Jäger

Wo geht das besser als in der Kneipe um die Ecke? So lädt die SPD am Mittwoch, 28. März, ab 19 Uhr in die Neumühler „Marktklause“. Weitere „Thekengespräche“ in anderen Vierteln sollen folgen. Rund um den Bergmannsplatz im Stadtnorden hat die SPD Einladungsflyer in die Briefkästen gesteckt: „Sagen Sie uns ehrlich und direkt Ihre Meinung. Wir wollen wissen, ob unsere Antworten noch die richtigen auf Ihre Hoffnungen, Sorgen und Nöte sind“, bittet Jäger zum Gespräch, an dem auch OB Link, der Bundestagsabgeordnete Özdemir und der Landtagsabgeordnete Börner teilnehmen.

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