Politik

Duisburgs SPD berät über die strittige GroKo-Frage

Wieder eine GroKo mit CDU-Kanzlerin Merkel und der SPD? SPD-Chef Martin Schulz (re.) war zunächst strikt dagegen

Foto: Bernd von Jutrczenka

Wieder eine GroKo mit CDU-Kanzlerin Merkel und der SPD? SPD-Chef Martin Schulz (re.) war zunächst strikt dagegen Foto: Bernd von Jutrczenka

Duisburg.   Auf einem Parteitag hinter verschlossenen Türen will die Duisburger SPD am Samstag über eine Regierungsbeteiligung reden. Es gibt Pro- und Contra-Stimmen.

Große Koalition ja oder nein? An der Duisburger Parteibasis ist die Frage höchst umstritten. Auf einem kurzfristig einberufenen Sonderparteitag wollen die Genossen am Samstag hinter verschlossenen Türen darüber diskutieren. Mit dabei ist auch der NRW-Parteivorsitzende Michael Groschek.

Noch gilt die klare Ansage vom SPD-Vorsitzenden Ralf Jäger, dass eine „GroKo“ mit Duisburgs SPD nicht zu machen sei und man nicht „Steigbügelhalter“ für CDU-Kanzlerin Merkel sein will. Doch seitdem war SPD-Chef Martin Schulz zum Rapport beim Bundespräsidenten und wendet sich langsam das Blatt - von der Oppositionsrolle hin zu einer möglichen GroKo-Option.

Meinungsaustausch über schwierige Frage

„Die Frage ist wirklich schwierig. Es gibt nicht nur einfach richtig oder falsch“, schildert Parteigeschäftsführer Jörg Lorenz die Zerrissenheit in der SPD. Deshalb soll es am Samstag in der Mercatorhalle den Meinungsaustausch geben. Der Kreis der Parteitags-Delegierten ist dazu eingeladen, aber auch jedes andere Mitglied, das sich in der Runde auch zu Wort melden kann. Aber nur Mitglieder sind erwünscht, die Partei will offen und ungestört in den eigenen Reihen diskutieren.

Der Röttgersbacher Ortsvereinsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Frank Börner bleibt bei seinem Nein zur GroKo und würde so auch als Delegierter auf dem SPD-Bundesparteitag abstimmen: „Eine Große Koalition stärkt nur den rechten und linken Rand“, befürchtet er. Denkbare Zusammenarbeit mit der CDU wäre für ihn eine von der SPD tolerierte schwarz-grüne Minderheitsregierung – „begrenzt auf vielleicht anderthalb Jahre“. Der Röttgersbacher ist sich sicher: „Bei einer Mitgliederbefragung würde die GroKo scheitern.“ So sieht es auch die Buchholzer SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Landtagskollegin Sarah Philipp: „Ich habe keinen Bock auf GroKo. Mit fehlt die Phantasie, dass es dazu eine Mehrheit in der Basis gibt.“

„Lasst den Quatsch mit der Opposition“

Der Wanheimer Ortsvereinsvorsitzende Hartmut Ploum war vor vier Jahren erklärter Gegner von Schwarz-Rot. Nun würde er sie mittragen, wenn klare sozialdemokratische Forderungen akzeptiert werden. „Eine Neuwahl ist keine Option“, so Ploum. Vor dem Jamaika-Scheitern war der Ortsverein klar für die Oppositionsrolle, doch das Meinungsbild habe sich jetzt wohl verschoben. „Lasst den Quatsch mit der Opposition“, hört Manfred Osenger, Chef der SPD in Neuenkamp. Er sieht es ähnlich, wenn sich denn sozialdemokratische Inhalte durchsetzen lassen: „Wir hatten doch gute Erfolge in der großen Koalition.“

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik