Kommentar

Duisburgs OB-Wahl kann wieder spannend werden

Hand in Hand:  Der parteilose OB-Kandidat Gerhard Meyer (Mitte) mit dem CDU-Vorsitzenden Thomas Mahlberg und der Grünen-Kreisvorsitzenden Birgit Beisheim, deren Parteien Meyer unterstützen.

Foto: Stephan Eickershoff

Hand in Hand: Der parteilose OB-Kandidat Gerhard Meyer (Mitte) mit dem CDU-Vorsitzenden Thomas Mahlberg und der Grünen-Kreisvorsitzenden Birgit Beisheim, deren Parteien Meyer unterstützen. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Mit Gerhard Meyer tritt ein Parteiloser mit schwarzer-grüner Unterstützung bei der OB-Wahl im Septmber ein. CDU machte aus der Not eine mögliche Tugend.

Hat die CDU aus der Not eine Tugend gemacht? Die Not ist zumindest offenkundig, ob die Tugend in dem Fall wirklich eine Alternative ist, ist ungewiss. Klar ist: Die CDU hat augenscheinlich niemanden in den eigenen Reihen, der im September aussichtsreich gegen den SPD-Oberbürgermeister antreten kann. Keiner aus der Partei oder Fraktion hätte das Profil und die Chance, ernstlich über die Unionswählerschaft hinaus Stimmen zu sammeln und Link damit zu gefährden.

Hauptsache es geht gegen den SPD-Amtsinhaber

So musste die CDU suchen und stöbern gehen und sich Verbündeter versichern. Sie fand einen Kandidaten, der nun wirklich nicht auf den ersten Blick „schwarz“ gekleidet ist: Gerhard Meyer ist Gewerkschafter, war Betriebsratsvorsitzender und sogar Mitglied der Grünen. War die Not so groß oder hat CDU-Parteichef Mahlberg gar einen kühnen Griff getan?

Für die Grünen – deren schwarz-grüne Zeit längst vorbei ist – ist Meyer ein wählbarer Kandidat. Hauptsache, es geht gegen SPD-Mann Link, da steht Alltagsstreit mit der CDU hinten an. Eine neue schwarz-grüne Liebe wie unter Sauerland wird es aber gewiss nicht geben.

Suche nach einen parteiübergreifenden Kandidaten

Nun zur vermeintlichen Tugend: Die CDU wird sich selbst und Meyer als parteiübergreifende Alternative preisen und die Kandidatur als „Neuanfang“ anbieten, der 2012 nach der Abwahl Sauerlands im Sande verlief. Ein „Kandidat für alle Duisburger“, das kann ziehen. Das „Alle-gegen-Einen“ hat sich dabei allerdings mit den bereits angekündigten Parteikandidaturen von FDP und Linken erledigt.

Dennoch lässt sich fraglos im Wahlkampf trefflich damit Kampagne machen, wenn man den parteilosen Kandidaten gegen angeprangerten Partei-Filz antreten lässt. Diese Karte werden CDU und Grüne ausreizen und versuchen, Unzufriedene und Verdrossene zu sammeln.

SPD und Link dürften gewarnt sein

Das kann gelingen. Oberbürgermeister Sören Link und die SPD werden jedenfalls gewarnt sein. Zu unwägbar ist, wie zufrieden die Duisburger jenseits der SPD-Wählerschaft wirklich mit der fünfjährigen Amtszeit Links sind. Wer weiß zudem, wie die Stimmungslage im September ist – das Landtagswahldebakel lässt grüßen. Der Coup von Schwarz-Grün mit Meyer kann die OB-Wahl wieder spannend machen.

Dazu allerdings muss Gerhard Meyer trotz bekundeter Verwurzelung in Duisburg bekannt werden und zudem sich auch inhaltlich profilieren. Mehr als beim ersten Auftritt. Nur Unzufriedenheit zu bekunden, ist zu wenig, um eine wirkliche Alternative zu sein.

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