Schauspiel

Duisburgs große Bühne frei für „Romeo und Julia“ – oder?

Ahnt die Katastrophe für die Verliebten: Julias Amme wird von Stephanie Gossger gespielt, die rollen von Romeo und Julia sind jeweils dreifach besetzt.

Ahnt die Katastrophe für die Verliebten: Julias Amme wird von Stephanie Gossger gespielt, die rollen von Romeo und Julia sind jeweils dreifach besetzt.

Foto: Sascha Kreklau / Theater Duisburg

Duisburg.  Mit Shakespeares Liebesdrama soll die große Bühne erstmals nach dem Wassereinbruch wieder bespielt werden. Ob das funktioniert, scheint offen.

Das wird ein spannender Spielzeitauftakt im Stadttheater. Shakespeares „Romeo und Julia“ war eine der Produktionen, die in der letzten Saison besonders unter dem großen Wassereinbruch im April zu leiden hatten. Das erste Stück, das der Jugendclub Spieltrieb auf der großen Bühne einstudiert hatte, musste nach der Premiere im Rahmen der Duisburger Akzente am 16. März abgesetzt werden. Jetzt soll es zurückkehren.

Es steht jedenfalls für Donnerstag, 12. September, um 19.30 Uhr auf dem Spielplan. Ob das bedeutet, dass das große Haus erstmals nach dem Wasserschaden wieder unter Einsatz aller Technik bespielbar ist, beantwortete die Stadt am Dienstag auf Nachfrage der WAZ aber nicht. Offenbar ein heikles Thema, denn die Shakespeare-Inszenierung von Kevin Barz setzt darauf, dass etwa die Hubpodien funktionieren. Vielleicht sieht man ja am Mittwoch klarer.

21 Spieltrieb-Darsteller erzählen von einer großen Liebe

Die Schauspieler Katharina Böhrke, Stephanie Gossger, Kai Bettermann und Matthias Matz sowie 21 Spieltrieb-Darsteller erzählen die Geschichte zweier seit Generationen verfeindeter Familien in Verona. Ausgerechnet zwischen diesen unnahbaren Fronten finden Romeo und Julia

zueinander. Den Soundtrack zum Stück liefert der Musiker Paul Brody, der eigens für diese Inszenierung eine Musik komponiert hat, die auf den frühesten historischen Tonaufnahmen von Shakespeares Tragödie beruht. Für die Bühne und Kostüme zeichnet Veronica Silva-Klug verantwortlich. Es gibt noch Karten (12 bis 31 Euro).

Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ kommt ins Opernfoyer

Mit „Geschlossene Gesellschaft“ von Jean-Paul Sartre eröffnet der Spieltrieb am 18. September um 19.30 Uhr die Saison im Opernfoyer. In Sartres bekanntestem Theaterstück von 1944 geht es um drei Menschen, die nach ihrem Ableben in ein Zimmer gesperrt werden: Garcin, der seine Frau misshandelt und in entscheidenden Momenten feige versagt hat, die lesbische und hochintelligente Ines, die Estelle verführt hat und so deren Mann, ihrem Cousin, entfremdet hat.

Garcin, Ines und Estelle finden sich in der Hölle wieder und sind verdammt, sich gegenseitig zu quälen. Das grelle Licht lässt sich nicht löschen, die Tür nur von außen öffnen. Eine Hölle, in der jeder zugleich Peiniger und Gepeinigter ist, Selbsttäuschung und Unaufrichtigkeit den anderen gegenüber nicht mehr funktionieren.

Regie führt Tim Zielke, der nach „Love is not Love“ seine zweite Regie-Arbeit vorstellt. Es spielen Sarah Steinbach, Emma Stratmann und Lennart Klappstein. Eine weitere Vorstellung gibt es am 21. März, die Karten kosten 13 Euro.

Ein Liederabend lässt das legendäre Jahr 1968 wieder lebendig werden

Ein Publikumshit kehrt am Freitag, 19. September, ins Foyer III zurück: „1968 – Ein Liederabend mit Texten aus ‚Jahrestage‘ von Uwe Johnson“. Ein Jahr, das einer ganzen Generation seinen Namen gab. Ein Jahr, das in die Geschichte einging. Die Produktion nähert sich dem Mythos 1968 auf musikalischem Wege. Ein Liederabend ausschließlich mit Songs aus diesem Jahr.

Wolfgang Völkl hat die musikalische Leitung, Michael Steindl führt Regie, Kevin Barz hat die Videos zusammengestellt, Anika Wieners zeichnet für die Bühne verantwortlich und Frederike Marsha Coors für die Kostüme. Die Choreografie stammt von Melena Roß. Es spielen: Caroline Blümer, Anna Bollmann, Juliette van Loon, Mara Messer, Marlene Raab, Maxi Remy, Melena Roß, Kats Schlia, Sarah Steinbach, Emma Stratmann; Ferit Albayrak, Bashar Al Murabea, Lennart Klappstein, Leonhard Thelen, Mike Wiese. Die Karten kosten 11 Euro.

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