Gericht

Duisburger wurden angeblich 500 Gramm Marihuana geschenkt

Eine in Stein gemeißelte Waage ziert als Symbol der Gerechtigkeit das Land- und Amtsgericht Duisburg

Eine in Stein gemeißelte Waage ziert als Symbol der Gerechtigkeit das Land- und Amtsgericht Duisburg

Foto: Foto: Maira Schmidt

Duisburg.  Wegen Besitzes von 500 Gramm Marihuana stand ein Duisburger vor Gericht. Doch der Zeuge, der ihm die Drogen angeblich schenkte, ruderte zurück.

Mit einem kuriosen Drogenprozess hatte es das Amtsgericht am König-Heinrich-Platz zu tun. Ein bislang völlig unbescholtener Familienvater fand sich wegen Drogenbesitzes vor dem Schöffengericht wieder. Angeblich hatte der 29-jährige Meidericher zwischen Sommer 2016 und Frühjahr 2017 eine größere Menge Rauschgift besessen, auf die er an recht ungewöhnliche Weise gekommen sein soll: Der Hauptbelastungszeuge hatte der Polizei erzählt, dem Angeklagten 500 Gramm Marihuana geschenkt zu haben.

„Das war mein Nachbar“, berichtete der 29-Jährige. „Ich gebe zu, dass ich ein paar Mal bei ihm zu Besuch war und mit ihm Joints geraucht habe.“ Und er habe auch im wahrsten Sinne gerochen, dass in dem Haus viel Rauschgift gewesen sei. Damit, dass unter dem Dach des Nachbarn eine üppige Cannabis-Plantage gedieh, habe er aber nichts zu tun gehabt. „Und er hat mir auch nie 500 Gramm Marihuana geschenkt.“

Der Hauptbelastungszeuge machte einen Rückzieher

Das hatte der Hauptbelastungszeuge, der inzwischen wegen seiner Drogenaktivitäten zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, bei seinem eigenen Ermittlungsverfahren so ausgesagt. Allerdings hatte er nicht nur den 29-Jährigen mit Behauptungen belastet, die er später zurück nahm.

Und auch in diesem Fall konnte sich der 44-Jährige nicht erinnern, so etwas jemals erzählt zu haben. . „Er hat mir was von seinem Werkzeug geliehen und wir haben mal was zusammen geraucht“, berichtete er. „Aber der hat nie 500 Gramm von mir bekommen.“ Ob das seine Unterschrift unter dem Protokoll sei, wollte der Vorsitzende wissen. Der Zeuge sah kurz auf das Schriftstück und zuckte mit den Schultern. „Ja. das ist meine Unterschrift. Aber ich habe da vorher nur mal drüber geguckt. Richtig gelesen habe ich das doch nicht.“

Staatsanwältin und Verteidigerin forderten in ihren sehr kurzen Schlussvorträgen übereinstimmend Freispruch. Das Schöffengericht brauchte nur wenige Minuten, um den Anträgen nachzukommen.

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