Trauergottesdienst

Duisburger verabschieden sich von Pfarrer Köhler-Miggel

Die Gemeinde der Jesus-Christus-Kirche in Duisburg-Buchholz hat sich in einem bewegenden Trauergottesdienst von Pfarrer Köhler-Miggel verabschiedet.

Die Gemeinde der Jesus-Christus-Kirche in Duisburg-Buchholz hat sich in einem bewegenden Trauergottesdienst von Pfarrer Köhler-Miggel verabschiedet.

Foto: Vladimir Wegener/ FUNKE Foto Services

Duisburg.  Nachdem der Duisburger Pfarrer während der Predigt zusammen gebrochen war, hat die Gemeinde nun mit einem bewegenden Trauergottesdienst Abschied genommen.

Schwere Wolken am Himmel, ein bisschen Regen, eine Menge Wind. Ungemütliches Wetter, aber deshalb sehr passend für diesen Samstag in und um die Jesus-Christus-Kirche in Duisburg-Buchholz. Nach dem tragischen Zusammenbruch und Tod von Pfarrer Köhler-Miggel während seines Abschiedsgottediensts am 10. März findet sich die Gemeinde am Wochenende danach wieder in der Kirche ein - diesmal für das letzte Lebewohl.

Doch es ist längst nicht nur die Gemeinde, die „KöMi“ die letzte Ehre erweisen will. Gefühlt der ganze Duisburger Süden ist auf die Arlberger Straße gekommen, Autos verstopfen alle Seitenstraßen, der Marktplatz auf der Münchener Straße ist zugeparkt. Es passen längst nicht alle Besucher in die Kirche, über Lautsprecher wird der Gottesdienst auf den Kirchplatz übertragen.

Auch Superintendent Armin Schneider und Weihbischof Ludger Schepers, als Pastor lange Jahre Köhler-Miggels katholischer Kollege in St. Judas Thaddäus, wohnen der Trauerfeier bei.

Viele Tränen fließen

Schon lange bevor es losgeht, herrscht in der Kirche gespenstische Stille. Eigentlich müsste irgendetwas gesagt werden und sei es nur, um sich der Trauer nicht alleine stellen zu müssen, aber der Trauergemeinde fehlen die Worte. Zu groß das Entsetzen über den plötzlichen Tod von einem, der so lebendig war wie sonst kaum jemand. Deswegen rollen schon während der ersten Worte von Pfarrer Kaspers Tränen über viele Gesichter.

„Wir können es nicht fassen“ bringt Kaspers das kollektive Gefühl auf den Punkt und richtet sich immer wieder direkt an Frau, Töchter und Enkelkinder von Dietrich Köhler-Miggel. „Wir lassen uns das Lachen nicht nehmen“, habe ihm die Familie im Vorgespräch erklärt, das passe auch gut zum beliebten Pfarrer.

Ein Macher sei er gewesen, ein Sturkopf manchmal und ein Kämpfer bis zur Erschöpfung, und hin und wieder auch darüber hinaus. „Der Herr ist mein Hirte“, betet die Gemeinde, die ihren Hirten gerade verloren hat, und lauscht dann der Lesung und der Predigt über den Propheten Elia, der in vielerlei Hinsicht dem Verstorbenen ähnlich war.

Rückblick auf das Leben des Pfarrers

Und gleichzeitig, erklärt Kaspers, sei Köhler-Miggel für ihn auch der Engel aus Elias Geschichte gewesen, zur selben Zeit Helfer und Hilfsbedürftiger. Diese Hilfe bekam er von seiner Familie, fährt Kaspers fort, und diese Wärme gab er mit vollen Händen an andere weiter. Zum Beispiel an die Kindernothilfe oder das Friedensdorf in Oberhausen; die Kollekte, die eigentlich schon am letzten Sonntag gesammelt werden sollte, geht an diese beiden Organisationen.

Bei all den Erzählungen von „KöMis“ Leben, von seiner Ausbildung und seinem Weg in die Kirche scheint die Erinnerung aber während der Lieder am lebendigsten zu sein. Eine geschmackvolle, simultanübersetzte Version von Eric Claptons „Tears in Heaven“ begleitet jeden Einzelnen bei seinem persönlichen Rückblick.

„Beyond the door/there’s peace I’m sure“, heißt es in dem Lied, „hinter der Pforte wirst du Frieden finden“, aber trotzdem fällt es den Trauergästen schwer, die Trauer und das Entsetzen loszulassen. In stummer Bekümmerung schlurft die Masse dann aus der Kirche und beginnt sich der Löcher bewusst zu werden, die der Tod von Dietrich Köhler-Miggel hinterlassen hat.

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