Gericht

Duisburger steht für Angriff auf schwangere Ex vor Gericht

Ein Duisburger wurde gewalttätig gegen seine Ex-Freundin.

Ein Duisburger wurde gewalttätig gegen seine Ex-Freundin.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Duisburg.  Weil die Ex nicht wollte, dass seine Mutter bei der Geburt des gemeinsamen Kindes dabei sei, trat ein Duisburger (26) zu. Bewährungsstrafe.

Weil seine von ihm schwangere Ex-Freundin nicht wollte, dass seine Mutter bei der Geburt des gemeinsamen Kindes dabei sei, schlug und trat ein 26-Jähriger am 22. Juni 2017 zu. Die Berufungsverhandlung brach er am Montag allerdings nach wenigen Minuten ab. Offenbar hatte der Hamborner Wichtigeres zu tun.

Wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahl und Bedrohung hatte ihn das Amtsgericht Ruhrort zu achteinhalb Monaten mit Bewährung verurteilt. Die erstinstanzlichen Richter waren davon überzeugt gewesen, dass der Angeklagte am Tattag - wenige Wochen nach dem Ende der Beziehung - mit seiner Ex über die Geburt des Kindes diskutiert hatte, während sie in der Wanne ihrer Meidericher Wohnung und er auf dem Wannenrand saß.

Angeklagter: „Zeit ist Geld.“

Die junge Frau wollte bei der Geburt nur ihre Mutter und den Kindsvater dabei haben. Der wollte unbedingt auch noch seine Mutter mitnehmen. Als die Ex das vehement ablehnte, schlug er ihren Kopf gegen die Badezimmerwand. Nachdem die Frau sich benommen vor die Wanne gehockt hatte, trat er mit groben Schuhen auch noch gegen ihren Kopf und Körper.

Beim Verlassen der Wohnung nahm er die Schlüssel der Geschädigten, ihr Handy und den Mutterpass mit und stieß wütende Drohungen gegen die Familie der Ex aus. Drohungen, welche die sehr ernst nahm, zumal ihre Eltern in den Wochen nach dem Vorfall von Unbekannten telefonisch belästigt wurden.

Der 26-Jährige hatte gegen das nach Ansicht der Vorsitzenden der Berufungskammer höchst milde Urteil Rechtsmittel eingelegt. Doch das Ansinnen, die Tat aus seiner Sicht noch einmal zu schildern, wies er zurück. „Das steht doch alles in den Akten.“ Dass es beim Strafprozess aber vor allem um das geht, was vor Gericht gesagt wird, schien ihm eine Zumutung zu sein. Nach kurzer Beratung mit seinem Verteidiger nahm er die Berufung zurück. „Ich will hier nicht ihre Zeit verschwenden“, erklärte der Angeklagte. „Zeit ist Geld.“ In diesem Fall seins. Hätte er das Urteil gleich akzeptiert, müsste er nicht auch noch die Kosten für die zweite Instanz bezahlen.

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