Fernwärme

Duisburger Stadtwerke bauen Wärmespeicher

Die Baugrube für die 20-Millionen-Euro-Investition ist schon in Arbeit. Christoph Schmidt, Leiter Kraftwerksplanung, und Andreas Gutschek, Leiter Strom- und Fernwärmeerzeugung, stellte das Stadtwerke-Vorhaben vor.

Foto: Stephan Eickershoff

Die Baugrube für die 20-Millionen-Euro-Investition ist schon in Arbeit. Christoph Schmidt, Leiter Kraftwerksplanung, und Andreas Gutschek, Leiter Strom- und Fernwärmeerzeugung, stellte das Stadtwerke-Vorhaben vor. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Die Stadtwerke Duisburg bauen im Stadtteil Wanheim einen großen Speicher, der die Fernwärmeversorgung sicherer und wirtschaftlicher machen soll.

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20 Millionen Euro investieren die Stadtwerke Duisburg in den Bau eines gigantischen Thermo-Behälters am Kraftwerk Wanheim. Durch ihn soll die Erzeugung von Strom und Fernwärme entkoppelt, die Erzeugung wirtschaftlicher und die Versorgung sicherer werden.

Bisher wird im Kraftwerk Strom erzeugt, Fernwärme fällt als Nebenprodukt an. Anfang 2018 soll aber das Steinkohle-Kraftwerk der Stadtwerke in Hochfeld wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage der konventionellen Stromerzeugung nach der Energiewende stillgelegt werden. Das verbleibende Kraftwerk in Wanheim läuft auf Gas-Basis und ist erheblich flexibler zu betreiben als die Kohleverstromung. Und damit kommt der 44 Meter hohe künftige Speicher mit seinem Inhalt von 43 000 Kubikmeter heißen Wassers ins Spiel.

Dunkelflaute treibt die Preise

Er erlaubt es den Stadtwerken, das Kraftwerk nur dann zu betreiben, wenn der Strompreis es wirtschaftlich sinnvoll macht. Bleibt der Wind aus und die Sonne hinter Wolken, werden die Turbinen in Schwung gebracht. Strom fließt ins Netz, heißes Wasser in den Speicher. Strahlt die Sonne, bläst der Wind, kann das Kraftwerk vom Gas gehen, denn genügend Wasser für die Fernwärme wartet stets im Speicher. Der Vorrat reicht für 70 Tage im Sommer, im Winter entsprechend kürzer. Phasen ohne Wind und Sonnenschein heißen in der Energiebranche übrigens „Dunkelflaute“, und die treibt die zu erzielenden Strompreise regelmäßig in die Höhe.

Arbeiten sind bereits angelaufen

Die Arbeiten für den Fernwärmespeicher sind bereits angelaufen: 36 Meter im Durchmesser und fünf Meter tief wird die Baugrube, an der gerade gebaggert wird. Auf einem zwei Meter dicken Fundament wird voraussichtlich ab Sommer oder Herbst in einem ganz besonderen Verfahren der stählerne Wasserbehälter errichtet. Spiralförmig werden nämlich die bis zu drei Zentimer dicken Bleche von unten angeschweißt, während der entstehende Behälter hydraulisch gehoben und immer weiter in die Höhe gedreht wird. Zehn Monate sollen die Schweißarbeiten dauern, 20 Monate der komplette Bau. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2018 geplant. Allein die Füllung des Speichers wird 40 Tage dauern.

Als weiteren Beitrag zur Sicherung der Fernwärmeversorgung entsteht derzeit linksrheinisch eine fünf Kilometer lange Leitungsverbindung zur Fernwärmeschiene Niederrhein. Zehn Millionen Euro fließen in diese Baumaßnahme, die auf 18 Monate kalkuliert ist und die Nutzung von industrieller Abwärme etwa von Huntsman (früher Sachtleben) und Thyssen-Krupp möglich macht. Vor allem im Sommer dürfte das interessant sein, weil es die Ruhezeiten des Stadtwerke-Kraftwerks ausdehnt, und auch wegen des eingesparten CO2-Ausstoßes.

>> HEIZWERKE ALS ZUSÄTZLICHE ABSICHERUNG

Zur weiteren Absicherung der Versorgung betrieben die Stadtwerke vier Heizwerke, verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Dort kann im Notfall mit Gas oder Öl das Wasser auf Temperatur gebracht werden.


Dass dort Öl eingesetzt werden kann, hat auch mit Sicherheitsüberlegungen zu tun: Denn Öl lässt sich anders als Gas ohne allzu erheblichen Aufwand vorsorglich einlagern.

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