Denkmal

Duisburger Stadtmauer: Sanierung geht im Herbst weiter

Die Sanierungsarbeiten sind zum Erliegen gekommen.Doch bald soll es weiter gehen.

Foto: Fabian Strauch

Die Sanierungsarbeiten sind zum Erliegen gekommen.Doch bald soll es weiter gehen. Foto: Fabian Strauch

DUISBURG.   Die Fortsetzung der Arbeiten hatte sich 2017 verzögert: Erst musste der Turm am Calaisplatz gesichert werden.

Die Stadtmauer zählt zu den bedeutendsten Bauwerken ihrer Art in Duisburg – und in ganz Deutschland. Sie prägt seit Jahrhunderten das Bild der Stadt. Die Restaurierung des Bauwerks zieht sich allerdings seit Jahren hin. Im vergangenen Jahr war sie gänzlich zum Erliegen gekommen. Die Stadt versprach, bei wärmeren Temperaturen wieder tätig zu werden (wir berichteten). Passiert ist allerdings 2017 nichts.

Blick auf Bauzäune und Planen

Leser Andreas Schulz ärgerte sich im vergangenen Jahr – und ärgert sich immer mehr: „Es ist nichts passiert außer einer hässlichen Plane an dem Turm am Calais-Platz“, sagt er. Er vermutet, dass „die Verzögerung beabsichtigt ist, weil in diesem Bereich ein Hotel und ein Geschäftshaus gebaut werden sollen“, glaubt jedoch, „dass diese Pläne aufgrund grober Planungsfehler aus meiner Sicht in den kommenden Jahren nicht umgesetzt werden können“. Schulz wohnt direkt in der Nähe der Stadtmauer, einige Teile seien nach wie vor mit Zäunen abgesperrt. „Es ist schade, dass man immer auf die unfertigen Arbeiten an der Mauer blicken muss“, sagt er.

„Die Stadtmauer wird in Bauabschnitten seit rund zehn Jahren unter Verwendung von Fördermitteln des Landes NRW und Bundes restauriert“, heißt es bei der Stadt. Die umzusetzenden Bauabschnitte müssten nacheinander an die begrenzten Fördermittel angepasst und abgearbeitet werden, heißt es weiter. 2017 habe zunächst die Sanierung des Turms am Calaisplatz auf dem Programm gestanden, erklärt Stadtsprecher Peter Hilbrands. Im August 2017 sei festgestellt worden, dass eine Einsturzgefahr einer Kalotte (gewölbte Kuppel, Red.) im Turm am Calaisplatz sofortiges Handeln erforderte, so Hilbrands weiter. „Deshalb musste vom ursprünglich geplanten Planungskonzept abgewichen werden. Die Arbeiten können erst im Herbst 2018 abgeschlossen werden“, erklärt er weiter.

Zu kalt für „Kalkspatzenmörtel“

Derzeit können witterungsbedingt keine Steinmetzarbeiten vor Ort ausgeführt werden, weil der für historische Bauten verwendete „Kalkspatzenmörtel“ zur Bindung nach der Verarbeitung mindesten zwei Wochen durchgehend Temperaturen über fünf Grad benötigt. Ansonsten werde keine Gewährleistung für die fachgerechte Ausführung übernommen, heißt es seitens der Stadt.

Der Bauabschnitt 9 der Stadtmauerrestaurierung ist im Förderprogramm des Bundes angemeldet und die Fördermittel sind genehmigt. Für die beiden Bauabschnitte 8 (an der Untermauerstraße) und 9 (an der Untermauerstraße und teilweise Unterstraße) wurde der Durchführungszeitraum bis zum 31. Dezember 2018 festgesetzt. Hilbrands: „Momentan werden die Restaurierungsarbeiten an den beiden Bauabschnitten geplant und ausgeschrieben.“ Der Bauabschnitt 9 endet vor der Lagerhalle der dortigen Holzhandlung. Für den nachfolgenden Bauabschnitt 10 stehen noch keine Fördermittel zur Verfügung.

Befestigung war einst 2,5 Kilometer lang

Die Stadtmauer wurde in den 80ern freigelegt, als der Umbau des Innenhafens begann. Bis dahin kannte sie kaum ein Duisburger – denn Industrie und Gewerbe nutzten sie von beiden Seiten als Abschlussmauer für ihre Gebäude.

In ihrer ursprünglichen Ausdehnung ist sie in etwa 2,5 Kilometer lang.

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