Wirtschaft

Duisburger Stadtkonzern DVV macht mehr Gewinne

Wahrzeichen Duisburgs: der Stadtwerke-Turm in Hochfeld. Das Kohlekraftwerk ist seit 2017 nicht mehr in Betrieb

Wahrzeichen Duisburgs: der Stadtwerke-Turm in Hochfeld. Das Kohlekraftwerk ist seit 2017 nicht mehr in Betrieb

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services / FUNKE Foto Services

Duisburg  Der Duisburger DVV-Konzern hat 2018 zehn Millionen Gewinn gemacht. Mit den Millionenüberschüssen der Stadtwerke werden Verluste der DVG gedeckt.

. Der Stadtkonzern DVV mit den Duisburger Stadtwerken als kommunalen Energieversorger und dem Verkehrsunternehmen DVG hat 2018 bei einem Gesamtumsatz von 1,4 Milliarden Euro einen Gewinn von über zehn Millionen Euro erwirtschaftet.

Nach dem 2018 abgeschlossenen tiefgreifenden Sanierungsprogramm „RePower“ mit einem Sparvolumen von 45 Millionen Euro, in dessen Zuge auch 300 Stellen abgebaut wurden, spricht Vorstandschef Marcus Wittig von einem „Erfolg“ und sieht den Stadtkonzern „solide“ aufgestellt. Wichtig für die Stadt: Mit den Gewinnen aus der Energiesparte der Stadtwerke gleicht der Stadtkonzern für die städtische Mutter die Verluste bei Bus und Bahn aus.

Erlös deckt DVG-Verluste

In seiner Jahresbilanz greift die DVV die aktuelle Klimaschutzdebatte auf: Mit der Stilllegung des Hochfelder Kohlekraftwerks schon 2017 werde die Umwelt um 450.000 Tonnen CO2-Emissionen entlastet. Dazu kommen weitere 12.000 Tonnen dank der Ökostrom-Versorgung der Verkehrsbetriebe über Wasserkraft. Auch die Ausweitung der Fernwärme mit der Fernwärmeschiene Niederrhein und dem neuen Fernwärmespeicher am Gaskraftwerk in Wanheim verringere den CO2-Ausstoß um knapp 9000 Tonnen im Jahr, heißt es.

„Nicht nur in Sachen CO2-Ersparnis war 2018 ein erfolgreiches Jahr“, so DVV-Chef Marcus Wittig. Mit dem vollzogenen Ausstieg aus der verlustreichen Stromproduktion aus Kohle steigerten die Stadtwerke ihr Ergebnis um rund drei Millionen Euro auf 51,5 Millionen Euro, bei einer Absatzmenge im Strom von 1,2 Milliarden Kilowattstunden und 2,2 Milliarden Kilowattstunden beim Gas. Einen Jahresgewinn von knapp 24 Millionen Euro steuerte die Tochter Netze Duisburg GmbH aus den Netzentgelten für die Versorgungsleitungen Strom, Gas, Wasser und Fernwärme bei. Zugleich wurden 2018 über 21 Millionen Euro in neue Leitungen investiert.

Sorgen wegen eingestellter KWK-Förderung

Der Stadtwerke-Turm mit seiner neuen LED-Beleuchtung kann noch so strahlen, DVV-Chef Wittig sieht dennoch auferlegte Probleme in der Energiebranche. So soll nach seinen Worten in diesem Jahr die Förderung von Kraftwärmekopplungsanlagen aus dem zur Energiewende beschlossenen KWK-Gesetz 2019 „quasi eingestellt werden“. Allein dies belaste die Stadtwerkezahlen 2019 mit knapp zehn Millionen Euro.

Innovationspotenzial sieht der Stadtwerkechef bei der digitalen Versorgungstechnologie für die großen Duisburger Wohnprojekte im Angerbogen in Huckingen und 6-Seen-Wedau.

Steag-Anteil soll verkauft werden

Wohl noch in diesem Jahr werden sich die Stadtwerke von ihrer mittlerweile unliebsamen und unwägbaren 19-Prozent-Beteiligung am Steag-Energiekonzern trennen. Bis auf Dortmund wollen die anderen Revierkommunen Duisburg, Bochum, Essen, Oberhausen und Dinslaken ihre Anteile verkaufen. 75 Millionen Euro hatte 2012 der Steag-Einstieg Duisburg gekostet.

DVG verliert Kunden und macht mehr Verluste

Von 40 auf 47 Millionen Euro ist im vergangenen Jahr der Verlust bei der DVG angestiegen, der über einen Steuerverbund mit den Stadtwerke-gewinnen ausgeglichen wird. Die Anzahl der Fahrgäste ist 2018 mit 61 Millionen um rund eine Million niedriger als 2017.

Grund dafür sind auch die Probleme der DVG mit ihrem Schienenverkehr. Weiterhin müssen Busse marode Straßenbahnen ersetzen. Auch ihre Reparaturen schlagen zu Buche. Wegen der technischen Störungen wurde auch der Start des neuen Linienfahrplans aus dem verabschiedeten Nahverkehrskonzept auf den Herbst verschoben.

Neue Straßenbahnen und Stadtbahnwagen

Eine verlässlichere Linienbedienung und mehr Fahrkomfort erwartet die DVG mit der Anschaffung ihrer neuen Straßenbahnflotte ab 2020. 140 Millionen Euro investiert sie in 47 neue Straßenbahnwagen für die Linien 901 und 903. Auch die U 79 bekommt neue Fahrzeuge. Sie wird zusammen mit der Düsseldorfer Rheinbahn betrieben. 18 neue Fahrzeuge schafft die DVG für 61 Millionen Euro an. Die Auslieferung ist für 2025 geplant.

Mit dem MyBus-Angebot testet die DVG weiterhin ihr „Bus auf Bestellung“-Angebot. Neue Ticket- und Bezahlsysteme innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr sollen dem Nahverkehr eine Mobilitätsoffensive bringen. „Wir wollen mehr Fahrgäste in Bus und Bahn bringen“, so DVV-Chef Wittig.

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