Gericht

Duisburger Spielhallenräuber überlegte es sich anders

Für einen nicht beendeten Überfall auf eine Spielhalle verurteilte das Amtsgericht einen 30-jährigen Duisburger, hier mit seinem Verteidiger Patrick Vogt, zu einer Geldstrafe von 900 Euro.

Für einen nicht beendeten Überfall auf eine Spielhalle verurteilte das Amtsgericht einen 30-jährigen Duisburger, hier mit seinem Verteidiger Patrick Vogt, zu einer Geldstrafe von 900 Euro.

Foto: Foto: Bodo Malsch

Duisburg.  Abgebrochener Überfall: Als eine Aufsicht ihm sagte, dass kein Geld da sei, ging ein Duisburger (30) wieder. Urteil am Amtsgericht.

Einen Schrecken bekam die Aufsicht einer Spielhalle in Marxloh, als am 1. Oktober 2016 ein maskierter Mann vor ihr stand, der ein Messer in der Hand hielt und Geld forderte. Doch die Frau öffnete eine Schublade und zeigte ihm, dass kein Geld da sei. Daraufhin verließ der Täter den Laden wieder. Vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz wurde die Tat nur als versuchte Nötigung gewertet und mit einer Geldstrafe von 900 Euro (90 Tagessätze zu je zehn Euro) geahndet.

Die Sache wäre nicht einmal zur Anzeige gekommen, hätte es nicht noch einen zweiten Vorfall gegeben, bei dem nur wenige Minuten später 800 Euro aus der Kasse einer benachbarten Teestube verschwunden sein sollen. Dort, so der Angeklagte hatte er kurz zuvor fast sein gesamtes Geld verspielt. „Er musste seiner Schwester aber noch 30 Euro zahlen und wollte ihr nicht gestehen, dass er sein Geld verspielt hatte“, so der Verteidiger.

Zeuge schien eine sehr fragwürdige Rolle zu spielen

Also fragte er eine Bedienung in der Teestube, ob der Mann ihm 20 Euro leihen könne. Als der sich weigerte, soll der Angeklagte gesagt haben, dass er ihn dann leider überfallen müsse. Der Zeuge soll ihm daraufhin den Tipp gegeben haben, es doch lieber in der Spielhalle zu versuchen, weil die keine Video-Überwachung habe.

Der Angeklagte ging nach Hause, holte eine Skimütze und ein Brotmesser und ging in die Spielhalle. „Er hat das Messer nur auf den Boden gerichtet“, so der Verteidiger. „Und ihm war klar, dass die Frau nicht ganz die Wahrheit sagte. Eine Spielhalle ohne Wechselgeld gibt es nicht. Aber er wollte sie nicht weiter bedrohen.“

Juristen sprechen von einem strafbefreienden Rücktritt von der Tat

Stattdessen ging der 30-Jährige, noch immer maskiert und mit dem Messer in der Hand, zurück in die Teestube. Dort sagte er der Bedienung, mit der er zuvor gesprochen hatte, wer er sei und verkündete: „Dann überfalle ich dich jetzt.“ Ohne Gegenwehr soll der Zeuge daraufhin die Kasse geöffnet haben, so dass der Angeklagte 800 Euro heraus nehmen konnte. „Wie viel es genau war, weiß er heute nicht mehr“, so der Anwalt.

Das Schöffengericht stellte den zweiten Anklagepunkt mit dem Einverständnis aller Verfahrensbeteiligten ein. Die als versuchte räuberische Erpressung angeklagte erste Tat wurde am Ende nur als versuchte Nötigung gewertet. „Der Angeklagte hat von seiner ursprünglichen Absicht abgelassen“, begründete der Vorsitzende. Zu Gunsten des 30-Jährigen wirkte sich aus, dass er bislang noch nie bestraft worden war, ein Geständnis ablegte und dass die Rolle des Zeugen, der ihm den Tipp gegeben haben soll, höchst fragwürdig war.

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