Luftmessung

Duisburger sollen ihre Luft-Qualität selber messen

Zwei Plastikrohre als Witterungsschutz, ein paar Komponenten wie Sensor, Kabel, Mikrocontroller: fertig ist die Luftgüte-Messstation für Jedermann, die Oliver Jantz und Günter Knöpfel am 7. Dezember in der VHS vorstellen werden.

Foto: Schimmel

Zwei Plastikrohre als Witterungsschutz, ein paar Komponenten wie Sensor, Kabel, Mikrocontroller: fertig ist die Luftgüte-Messstation für Jedermann, die Oliver Jantz und Günter Knöpfel am 7. Dezember in der VHS vorstellen werden. Foto: Schimmel

Duisburg.   Duisburger Umweltamt ruft mit der VHS interessierte Bürger auf, mit selbst gebauten preiswerten Messstationen ein Netzwerk der Luftgüte zu schaffen.

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Gemeinsam Wissen schaffen: Wie steht es um die Duisburger Luft? Das Umweltamt und Experten der Volkshochschule beabsichtigen, mit Hilfe von interessierten Bürgern aus der Stadt ein Netzwerk aus kleinen wie preiswerten Luft-Messstationen zur errichten, mit denen ein guter Überblick über die Feinstaubsituation in Duisburg hergestellt werden kann.

Die Idee: Jeder, der mag, kann sich für zirka 40 Euro unter fachlicher Anleitung des Umweltamtes und der VHS im Internet für eine kontinuierliche Feinstaub-Luftmessung einen Bausatz aus notwendigen Komponenten kaufen, um sich dann mit anderen Akteuren zu einem Netzwerk der Daten-Sammler zusammen zu schließen.

„Das ist keine hohe Dichte an Messstationen!“

Umweltdezernent Ralf ­Krumpholz verwies am Donnerstag bei der Vorstellung des Projektes im Rathaus auf bislang sieben vorhandene große Messstationen hin, die über das Stadtgebiet verteilt im Auftrag des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) die Luftbelastung der Stadt besonders durch Feinstaub und Stickstoff-Dioxid messen: „Aber das ist keine hohe Dichte an Messstationen. Die sind allerdings auch wirklich sehr teuer.“

Somit höre er öfter den Vorwurf, die Stadt und das Land würden immer nur dort messen, wo ohnehin die Belastung gering sei. Die Luftbelastung in Duisburg für Feinstaub liegt nach Aussage von Peter Freise vom Umweltamt seit Jahren weit unter dem Grenzwert der Bundesimmissionsschutzverordnung; ebenso die für Stickoxid (NO2, z.B. Diesel-Ausstoß), diese aber offenbar nur ganz knapp unter dem Grenzwert.

Neue Form der offenen Wissenschaft der Bürger

Mit diesem Projekt der so genannten „citizen science“, einer neuen Form der offenen Wissenschaft der Bürger, bei der Projekte von interessierten Laien durchgeführt werden, wolle man auf diese Kritik zugehen. Das Ziel: Bürgerschaftliches Engagement schafft Wissen durch eigenes Messen sowie durch gemeinsames Auswerten der Daten. Dies erzeugt Transparenz, das Interesse an Luftqualität und Gesundheit wird zunehmen, die Kommunikation der Bürger mit der Behörde gestärkt.

Zwei Experten, ein Software-Entwickler und ein EDV-Berater, jeweils Kursleiter der VHS, stehen dem Projekt als Technik-Helfer zur Seite: Am 7. Dezember stellen sie in der VHS interessierten Bürgern das Projekt im Grundsatz vor. Besonders für Schüler und Schulklassen, die sich in Mathe und Naturwissenschaften stärken wollen, ist dieses Projekt interessant.

Am 2. Februar im neuen Jahr wird es dazu ebenfalls in der VHS einen Technik-Workshop geben, zu dem dann die Interessierten ihre im Internet gekauften Sensoren und Mikrocontroller, Kabel und Schläuche mitbringen müssen. Diese werden dann vor Ort zu Luftgüte-Messstation zusammengebaut, die dann über W-Lan vom Privat-Balkon oder dem Fenster zur Straße die Daten an eine Duisburger Website senden.

Schon wenn 50 solcher Bürger-Messstationen, über die Stadt verteilt, Daten sammeln, bekomme man, so der Umweltdezernent, ein besseres Bild zum Feinstaub als derzeit mit den sieben Profi-Stationen.

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