Musik

Duisburger „Ruhrpott-Guggis“ mögen es schräg

Die  schrill-schrägen „Ruhrpott-Guggis“  schlüpften zur Premiere ihrer ersten eigenen großen Schau auch in die selbstgenähten und entworfenen Kostüme.

Die schrill-schrägen „Ruhrpott-Guggis“ schlüpften zur Premiere ihrer ersten eigenen großen Schau auch in die selbstgenähten und entworfenen Kostüme.

Foto: Funke Foto Services

Duisburg.  Seit drei Jahren geben sich die Duisburger „Ruhrpott-Guggis“ alemanischer Fasnacht-Blasmusik hin. Das ist schräg und schrill.

Eine Wasserleitung ist undicht, die letzten Kostüme werden schnell fertig genäht und für die Probe bleibt keine Zeit – Hektik kurz vor dem Einlass am Freitagabend. Und doch ist alles locker, schräg. Es sind halt die „Ruhrpott-Guggis“, die zu ihrer ersten eigenen großen Abend-Veranstaltung laden.

„Manchmal geht eben etwas schief, aber das nehmen wir mit Humor, wir sind halt keine Profis“, erzählt der musikalische Leiter der Guggis, Christian Bieniek, vor dem Auftritt in der Schule an der ­Falkstraße grinsend und ergänzt: „Das Gute ist, Guggenmusik ist eben etwas schräg.“ Was nicht bedeutet, dass sie nicht ihr Bestes geben.

Musiker haben drei Monate an ihrer Show getüftelt

An diesem besonderen Abend sollen die neuen, selbstentworfenen und selbstgeschneiderten Kostüme sowie das neue Programm der musikalischen Truppe vorgestellt werden, die sich der bläserstarken Guggenmusik und damit der Tradition der alemannischen „Fasnacht“ verschrieben hat. Die schrillen Kostüme wurden in monatelanger Arbeit aufwendig genäht und mit LEDs versehen. Ebenso wie die leuchtenden Instrumente. Drei Monate haben die Guggi-Musiker an ihrer Bühnenshow getüftelt.

Wichtig sind dabei neben den Musikern vor allem die 16 Mitglieder ohne Instrument, die ständig mithelfen. Seit der Gründung 2012 ist die Gruppe schnell gewachsen und viel unterwegs, dass sie mittlerweile 150 bis 170 Auftritte jährlich hat und 40 davon allein an den Karnevalstagen. Nach der eigenen Show am Freitag zum Beispiel tags drauf direkt auf dem Hamborner Altmarkt zu Hoppeditzerwachen. Christian Bieniek strahlt, wenn er von seinen „Guggis“ spricht: „Das ist außergewöhnliche Musik, aber sie kommt an. Ich fühle mich hier pudelwohl. Das ist mein größtes Hobby und für Spaß ist bekanntlich immer Zeit“, sagt der Einzelhandelskaufmann. Jeden Tag übt er und spielt insgesamt zwölf Instrumente. Angefangen hat er im zarten Alter von fünf Jahren.

Alle sind mit Herzblut dabei

Der aktuell jüngste „Guggi“ ist drei Jahre alt und spielt als vollwertige Besetzung die Rassel. Damit trennen den Knirps Generationen vom 69 Jahre alten und damit ältesten Mitglied. Der Posaunist hat erst im vergangenen Jahr begonnen, Spielen zu lernen und hat nun seinen ersten Auftritt. „Alle sind mit Herzblut dabei“, so der musikalische Leiter, „und es macht mich stolz, wenn ich auf der Bühne in die Gesichter gucke und weiß, ich kann mich auf jeden verlassen.“

Auch privat entstehen Freundschaften. „Wir sind wie eine Familie“, meint Nicole Knecht. Die 29-jährige Trompeterin ist seit dem Vorjahr dabei und fühlte sich sofort wohl: „Hier sind alle so verrückt wie ich.“ Ihr Schwager Manuel Knecht ist ebenfalls unter den Guggenmusikern. Es sei immer lustig und der Zusammenhalt sei wirklich besonders, sagt der 35-Jährige.

Die Instrumente stehen bereit, gleich kommen die ersten Gäste und die Nervosität steigt. „Macht euch nicht ins Hemd, ich bin auch nervös, aber das gehört dazu“, verkündet Christian Bieniek. „Können wir das schaffen?“ Und alle sind sich sicher: „Jo, wir schaffen das!“ Tusch.

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