Blaulicht

Duisburger Polizistin wohl an Drogendeals von Clan beteiligt

Eine Polizistin aus Duisburg soll an Drogengeschäften im Clanmilieu beteiligt gewesen sein. Dieses Symbolbild ist bei einem Einsatz in Hochfeld entstanden.

Eine Polizistin aus Duisburg soll an Drogengeschäften im Clanmilieu beteiligt gewesen sein. Dieses Symbolbild ist bei einem Einsatz in Hochfeld entstanden.

Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services

Duisburg/Mülheim.  Sechs Personen sind ins Visier der Polizei Essen geraten. Tatvorwurf: Drogenhandel. Zu den Beschuldigten gehört eine Duisburger Polizistin.

Erfolgreiche Jagd auf Drogenhändler: Die Polizei Essen hat am Donnerstagmorgen sieben Objekte durchsucht – drei Duisburg, eines in Krefeld und drei in Mülheim. Ermittelt wird gegen sechs Tatverdächtige (17 bis 25 Jahre), die laut Staatsanwaltschaft Duisburg unter anderem mit Drogen in nicht geringer Menge gehandelt haben sollen. Zu dem Personenkreis gehört auch eine Duisburger Polizistin (23). Sie soll Dienstgeheimnisse verraten haben.

Es handelt sich bei der Polizistin um eine Beamtin auf Probe, die ihre Ausbildung abgeschlossen hat, jedoch noch kein ganzes Jahr dem Präsidium Duisburg angehört und noch nicht verbeamtet ist. Sie wurde am Donnerstag im Dienst von den Ermittlern aus Essen überrascht. Ihr Spind wurde durchsucht, genau wie ihre Privatwohnung. „Ich habe die sofortige Suspendierung der Beamtin angeordnet. Durch den Verdacht des Verrats von Dienstgeheimnissen ist das für die Ausübung des Polizeiberufs erforderliche Vertrauensverhältnis irreparabel zerstört“, sagte Polizeipräsidentin Elke Bartels. Die Polizistin muss nun mit ihrer Entlassung rechnen.

Drogen aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt

„Wir haben gegen keine der Beschuldigten Haftbefehl beantragt“, erklärte Staatsanwältin Jennifer König. Die Ermittler sind der Polizistin auf Probe offensichtlich im Rahmen von Überwachungsarbeiten auf die Schliche gekommen. Ob die Polizistin tatsächlich auch an den Drogendelikten beteiligt war, werde derzeit noch geprüft, so König.

Laut Staatsanwaltschaft soll ein Teil der Tatverdächtigen größere Mengen an Betäubungsmitteln illegal aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt haben. Mit diesen Drogen sollen sie dann auch gehandelt haben. Gegen einen der Beschuldigten wird außerdem noch wegen Betrugs mit Rohrreinigungsdiensten ermittelt.

Es sollen Verbindungen zur Clankriminalität bestehen

Sicher sind sich die Ermittler offensichtlich, dass die Polizistin auf Probe Dienstgeheimnisse an die Drogenhändler verraten hat. So soll sie Datenabgleiche im polizeilichen Auskunftssystem durchgeführt haben. Möglich ist aber auch, dass sie etwa Termine von Razzien oder geplante Abhörmaßnahmen an ihre Mittäter weitergegeben hatte. Details dazu wollte Staatsanwältin König am Donnerstag nicht nennen. Fest stehe aber, so König, dass einige der Beschuldigten Verbindungen zur Clankriminalität haben sollen.

Bei der Durchsuchung wurden laut Staatsanwaltschaft mehrere Mobiltelefone, Speichermedien, zehn Gramm Marihuana, Macheten, ein Schlagring sowie weitere Waffen beschlagnahmt.

Die Ermittlungen gegen die Polizistin und die anderen Beteiligten dauern an, liegen aus Neutralitätsgründen aber weiter in der Hand der Polizei Essen.

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