Jubiläum

Duisburger Pfadfinder: Seit 50 Jahren täglich gute Taten

Gruppenbild vom letztjährigen Pfingstlager des Bezirks Duisburg der Pfadfinder in Rhens am Rhein.

Foto: Andreas Franke

Gruppenbild vom letztjährigen Pfingstlager des Bezirks Duisburg der Pfadfinder in Rhens am Rhein. Foto: Andreas Franke

Duisburg.   Das Jubiläumsjahr feiern über 500 Duisburger Pfadfinder mit Aktionen und Ausflügen getreu dem Pfadfindermotto „Tue jeden Tag eine gute Tat“.

Gemeinschaftssinn, Umweltbewusstsein und Selbstfindung – seit 50 Jahren sind Pfadfinder in Duisburg aktiv, tun Gutes und bilden sich fort. Zehn sogenannte Stämme, verteilt über das gesamte Stadtgebiet, gibt es. Das Jubiläumsjahr feiern die über 500 Mitglieder mit einigen Aktionen und Ausflügen getreu dem ewigen Pfadfindermotto „Tue jeden Tag eine gute Tat“. Der Höhepunkt ist eine Reise nach Irland im August.

Um Nachwuchs müssen sich die Pfadfinder keine Gedanken machen. Noch immer ist der Zulauf neuer Mitglieder gut. Oft zieht eine Generation die nächste heran. So war es auch bei Lisa Kienen: „Meine Mutter gehörte den Pfadfindern an, ich fand das schon als Kind spannend. Als ich etwa acht war, wurde ich eine kleine Pfadfinderin“, sagt die heute 36-Jährige. Mittlerweile ist sie selbst eine der Leiterinnen des Stammes in Buchholz, engagiert sich in ihrer Freizeit: Sie bereitet Ausflüge vor, plant Aktionen an denen Kinder Spaß haben.

Pfadfinder haben Gesetze und Versprechen

Sie sei immer ganz Pfadfinderin, in allen Lebenslagen. Doch was heißt das genau? „Es gibt Pfadfinder-Gesetze oder -Versprechen. Sie bieten eine Orientierung“, sagt sie. „Beispielsweise soll man immer sein Bestes tun, den Mitmenschen aufgeschlossen gegenüber stehen.“ Diese Versprechen geben die Pfadfinder von der einen Generation an die nächste weiter – religiös und politisch unabhängig.

Gut organisiert seien die Bezirke und die jeweiligen Stämme, jedoch auch nicht zu sehr. „Es geht nicht militärisch zu“, sagt sie entschlossen. „Ganz im Gegenteil: Das erste Pfadfinderlager wurde 1907 von Robert Baden-Powell, einem britischen General, veranstaltet. Er wollte einen Gegenentwurf zum Militär kreieren“, so Kienen.

Tragen der Kluft ist keine Pflicht

Auch das Tragen der Kluft – „bitte nicht Uniform“ – sei keinesfalls Pflicht, erklärt Nina Möhring (26). Seit vielen Jahren ist sie Pfadfinderin, kam über eine Freundin nach ihrem Umzug aus Geldern zum Stamm in Wehofen. „Für feierliche oder offzielle Anlässe trägt man die Kluft, aber sonst eigentlich eher nicht“, sagt sie. Unzählige Abzeichen schmücken ihr Hemd. „Die Abzeichen gibt es, wenn man beispielsweise an Ausflügen teilnimmt“, erklärt sie. Man müsse keine hochkomplizierten Aufgaben bewältigen, um bestimmte Aufnäher zu bekommen. „Das sammeln der Aufnäher ist kein Wettkampf“, sagt sie. Überhaupt gibt es in der Welt der Pfadfinder keine Ranglisten oder gar Dienstgrade. „Man ist allerdings in Altersklassen unterteilt“, sagt sie. Wer sich dennoch besonders auszeichnen will, kann Fortbildungen besuchen. Dafür gibt es dann eine Art hölzerne Stecknadel – „das macht schon ordentlich Eindruck.“

Enrico Pau (24) kam über einen Freund zum Wehofener Stamm. Der Student ist mit Engagement bei der Sache. „Ich bin oft und gerne hier“, sagt er über das Stammeshauptquartier an der Straße Im Eickelkamp. Er möchte den Kindern etwas weitergeben vom positiven Grundgedanken der Pfadfinder. Gemeinsam mit Möhring plant er demnächst Thementage für die Kleinen anzubieten, damit sie sich zusätzliche Aufnäher verdienen können. „Eine Thema könnte ,zu sich selbst finden’ sein“, sagt er.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik