Trinkhallen-Ärger

Duisburger Nachbarn ärgern sich über Trinkhalle Im Schlenk

Torsten Steinke vom Bürgerverein Wanheimerort und die Nachbarn Sylvia Jäde und Sebastian Drüen wollen, dass sich die Situation verbessert.

Torsten Steinke vom Bürgerverein Wanheimerort und die Nachbarn Sylvia Jäde und Sebastian Drüen wollen, dass sich die Situation verbessert.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Wanheimerort.  An der Trinkhalle Im Schlenk wird nicht nur Alkohol verkauft, sondern auch vor Ort konsumiert. Nachbarn ärgern sich. Das sagt die Polizei.

Eine Trinkhalle auf der Straße Im Schlenk in Duisburg-Wanheimerort sorgt für Ärger. Zwar sind an der Häuserwand gut sichtbare Schilder angebracht, dass der Verzehr von Alkohol verboten ist – allein: einige Personen stört das anscheinend nicht.

„Die stehen hier bei uns im Hauseingang. Ich habe regelmäßig Kronkorken bei uns im Garten liegen und wenn ich den Müll herunterbringe und zwischen ihnen durchlaufen muss, ist das ziemlich unangenehm“, erklärt Sylvia Jäde. Nachbar Sebastian Drüen ergänzt: „Das geht schon seit Jahren so.“ Nachdem sie sich schon oft bei der Hauseigentümerin beschwert haben und auch die wechselnden Kiosk-Betreiber an der Situation nichts geändert haben, wandten sie sich an unsere Redaktion. Ein Besuch vor Ort.

Hausbesitzerin verweist an Ordnungsamt und Polizei

„Open“ blinkt den Passanten entgegen. Darunter steht ein Schild: „Das Konsumieren von Alkohol in der Nähe der Trinkhalle ist verboten“ steht neben der Eingangstür. Im Ordnungsamt-Deutsch heißt das: „Der Kiosk wird als erlaubnisfreier Gaststättenbetrieb geführt.“ Bier und Alkohol dürfen zwar verkauft, allerdings nicht an Ort und Stelle getrunken werden.

Die Polizei bestätigt, dass sie in der Vergangenheit mehrfach zu Einsätzen ausgerückt ist, weil sich Anwohner über Lärm und trinkende Menschen beklagten. Die Bezirkswache Wanheimerort befindet sich nur ein paar Häuser von der Bude entfernt. „In drei Fällen haben wir allerdings niemanden mehr angetroffen, das sind oft Momentaufnahmen“, erklärt Polizeisprecher Stefan Hausch.

Polizei: Wir haben keine Lösung für das Problem

Bei anderen Einsätzen wurden die Personen angesprochen und darauf hingewiesen, dass der Verzehr von Alkohol nicht gestattet sei. „Eigentlich ist das kein originäres Polizeithema. Trotzdem hat Herr Drüen richtig gehandelt, wenn er uns ruft. Nur haben wir auch keine Lösung für das Problem“, so Hausch.

Auch bei der Stadt ist das Thema bekannt. Ein umfassender Schriftwechsel zwischen Sebastian Drüen, Sylvia Jäde, dem Ordnungsamt und der Hauseigentümerin der Immobilie Im Schlenk 30, der unserer Redaktion vorliegt, zeigt, dass der Konflikt schon länger schwelt. „Die Hausbesitzerin ist CDU-Ratsfrau und setzt sich in ihrem Wahlkreis in Meiderich für Sauberkeit ein. Nur um ihr eigenes Haus kümmert sie sich nicht“, sagt Sebastian Drüen kopfschüttelnd. In der Vergangenheit hätten sich die Personen mehrfach hinter dem Haus erleichtert. Auf Nachfrage unserer Zeitung verweist die CDU-Ratsfrau an Polizei und Ordnungsamt.

Fotos dokumentieren die Situation

Drüen und die anderen haben die Situation mit Fotos dokumentiert. Beim Ordnungsamt sind ebenfalls Beschwerden eingegangen. „Der städtische Außendienst führt deshalb vermehrt Kontrollen durch und ahndet Verstöße mit Verwarnungsgeldern. Das setzt aber voraus, dass die Personen dabei erwischt werden, wenn sie die Ordnungswidrigkeit begehen“, erklärt Stadtsprecher Malte Werning.

Inzwischen hat sich auch der Bürgerverein Wanheimerort eingeschaltet. „Es ist vielen Leuten unangenehm, an der Gruppe vorbei zu gehen. Das ist hier ein offizieller Weg, der durch die Unterführung führt. Es gibt Personen, die steigen eine U-Bahnhaltestelle später aus, damit sie hier nicht vorbei müssen“, weiß Torsten Steinke. „Wir sind nicht gegen die Büdchen-Kultur. Die Bude gibt es schon ewig und ich habe dort auch früher etwas gekauft“, erinnert sich Steinke.

Der neue Pächter beteuert übrigens, dass sich die Lage verbessert habe. Er möchte seinen Namen nicht in der Zeitung lesen, sagt aber: „Ich achte darauf, dass hier kein Alkohol getrunken wird. Ich möchte, dass auch Familien mit Kindern zu mir kommen.“ Dem widersprechen die Nachbarn allerdings. Sie wollen weiterhin protestieren, damit sie endlich wieder ihre Ruhe haben.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben