Gericht

Duisburger muss für Stich mit Schere über vier Jahre in Haft

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Hochfelder (52) stach Mann eine Schere in den Hals. Landgericht Duisburg verurteilt ihn wegen versuchten Totschlags zu vier Jahren Haft.

Mit einem deutlichen Urteil endete der Prozess gegen einen 52-jährigen Bulgaren aus Hochfelder. Wegen versuchten Totschlags verurteilte ihn das Landgericht am König-Heinrich-Platz zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis.

Der Mann hatte zugegeben, in der Nacht zum 28. Dezember 2018 einen Gast in seiner Heimstatt - einem Raum in einer zimmerweise vermieteten Wohnung - an der Hochfelder Blücherstraße, schwer verletzt zu haben. Mit einer Verbandsschere hatte der 52-Jährige dem Geschädigten eine fünf Zentimeter tiefe Wunde in der rechten Halsseite zugefügt, wobei er die Halsschlagader nur sehr knapp verfehlte.

Ursache für Streit blieb unklar

Was Auslöser des voran gegangen Streits war, konnte die 5. Große Strafkammer im Urteil nicht mit letzter Sicherheit feststellen. Möglicherweise spielte ein Handy des Angeklagten eine Rolle, das während des Aufenthaltes des Geschädigten und dessen Begleiterin in der Wohnung des 52-Jährigen angeblich verschwunden sein soll. Aber auch Annäherungsversuche des Angeklagten an die Begleiterin des Geschädigten könnten Auslöser der Auseinandersetzung gewesen sein, die zunächst verbal geführt worden war und dann rasch blutig wurde.

Der Angeklagte hatte beteuert, er habe nur in Notwehr gehandelt, als der Geschädigte ihn mit einem Messer bedrohte und Stichbewegungen in seine Richtung gemacht habe. Die Richter sahen diese Darstellung am Ende der mehrtägigen Beweisaufnahme als widerlegt an. Der Angeklagte habe ohne rechtfertigenden Grund spontan zu der Schere gegriffen und zugestochen.

Drei Promille Alkohol im Blut

Zu Gunsten des 52-Jährigen wirkte sich im Urteil vor allem aus, dass dieser zuvor noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Außerdem billigte die Kammer dem Angeklagten mildernde Umstände zu: Zur Tatzeit hatte der Täter rund drei Promille Alkohol im Blut gehabt und war nach Ansicht eines psychiatrischen Sachverständigen nicht voll zurechnungsfähig gewesen. Seine Handlungen habe der Mann aufgrund der erheblichen Alkoholisierung nur noch bedingt steuern können.

Zwar gab es Anhaltspunkte dafür, dass der 52-Jährige bereits seit geraumer Zeit alkoholabhängig ist. Mit dem Urteil wurde die in ähnlichen Fällen übliche Unterbringung in einer Entziehungsanstalt allerdings nicht ausgesprochen. Die Kammer sah keine ausreichenden Erfolgsaussichten: Um eine Therapie zu absolvieren, spricht der Angeklagte zu wenig Deutsch.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben