Christopher Street Day

Duisburger marschieren für mehr Toleranz und gleiche Rechte

Zum zweiten Mal findet am Christopher Street Day auch eine Demo durch die Innenstadt statt – für völlige Gleichberechtigung.

Foto: Lars Fröhlich

Zum zweiten Mal findet am Christopher Street Day auch eine Demo durch die Innenstadt statt – für völlige Gleichberechtigung. Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   Homo- oder transsexuelle Menschen erfahren täglich Diskriminierung. Auf dem Christopher Street Day am 29. Juli kämpfen sie für gleiche Rechte.

Auch im Jahr 2017 und nur wenige Wochen nach der politischen Entscheidung zur „Ehe für alle“ gibt es das noch: Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen, die nicht „der Norm“ entsprechen – Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle stoßen regelmäßig auf Ablehnung. Um ein klares Zeichen für Liebe und gegen Hass zu setzen, treffen sich die Szene und ihre Unterstützer daher zum Christopher Street Day. Am 29. Juli ziehen die Teilnehmer Regenbogenflaggen-schwenkend durch die Innenstadt. Von 12 bis 21 Uhr gibt es ein buntes Bühnenprogramm und jede Menge Mitmach-Aktionen.

Hassfreie Zone einrichten

Den Raum rund um den König-Heinrich-Platz erklären Christian Karus und seine Mitstreiter des Vereins DU-Gay zur „No Hate Area“ – der hassfreien Zone. Zum mittlerweile 15. Mal veranstaltet der Verein das farbenfrohe Fest in der Innenstadt. In zahlreichen Städten wird der CSD gefeiert, auch in Duisburg ist das Tradition. Dazu hat der veranstaltende Verein DU-Gay den Juli zum „queeren Kulturmonat“ erkoren. Zahlreiche Veranstaltungen finden bis Anfang August in der Stadt statt. Lesungen, Vorträge, Konzerte oder Filmvorstellungen – die Themen sind breit gestreut. Angefangen bei „Sexualität im Alter“ über ein Kickerturnier und die offene Probe des schwulen Chors „Vielhomonie“ bis hin zum offenen Regenbogenstammtisch, der sich an jedem ersten Donnerstag im Monat im Café Museum im Kantpark trifft.

„Auch wenn die ‘Ehe für alle’ ein Erfolg war, gibt es täglich Diskriminierungen im Alltag“, weiß Christian Karus. „Da werden Partner beschimpft, weil sie händchenhaltend durch die Duisburger Innenstadt laufen“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Daher rufen sie zum zweiten Mal neben dem bunten Fest auch eine Demo aus, die gezielt gleiche Rechte für Homosexuelle und Transmenschen einfordert. „Wir wollen uns deutlich positionieren.“ Denn bei Themen wie „Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare“ gebe es immer wieder Diskussionsbedarf. Auch wenn die Reaktionen auf die Entscheidung im Bundestag für die „Ehe für alle“ aus dem Umfeld „durchweg positiv“ ausfiel, wie Christian Karus sagt. Die Demo startet am 29. Juli um 12 Uhr auf dem Burgplatz am Rathaus und marschiert, angeführt von den Trommlern der Ruhrpott-Guggis, über Münzgasse, Kuhtor, Kuhlenwall, Am Burgacker weiter über Königstraße bis zum König-Heinrich-Platz. Dort gibt es Musik, Tanz und Show-Programm auf der großen Bühne. Unterstützt wird DU Gay dabei von zahlreichen Parteien, Vereinen und Verbänden der Stadt.

„Brücke der Solidarität“ geht an Hape Kerkeling

Zum wiederholten Mal vergibt der Verein den Akzeptanz-Preis „Brücke der Solidarität“. Dieser geht an Hape Kerkeling, der für Inklusion, Gleichberechtigung und Akzeptanz stehe. Zum ersten Mal verleiht Du Gay in diesem Jahr den Zusatzpreis für das Lebenswerk. Diesen holt sich der ehemalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit ab. „Mit seinem gesellschaftlichen Engagement für das Thema Homosexualität hat er einen nachhaltigen Beitrag für die Akzeptanz der LSBTI-Community im Alltagsleben geleistet“, heißt es in der Begründung. Karten für die Verleihung im Intercity Hotel am Freitag, 21. Juli, 19.30 Uhr, gibt es unter csd-shop.net.

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