Ticketärger in Duisburg

Duisburger Mädchen (12) hat Ticketärger mit Busfahrer

In einem Bus der Linie 946 hatte ein junges Mädchen Ärger mit ihrem Ticket.

In einem Bus der Linie 946 hatte ein junges Mädchen Ärger mit ihrem Ticket.

Foto: Mara Troeger

Duisburg.  Ein Mädchen aus Duisburg steigt in den Bus der Linie 946. Die Zwölfjährige stempelt ihr Ticket ab und bekommt trotzdem Ärger mit dem Busfahrer.

Werner Mohr ist auch Monate später noch wütend. Der Grund: Ein Busfahrer, der auf der Linie 946 unterwegs ist. Seine Enkelin (12) ist in den Bus an der Haltestelle Kesselsberg in Huckingen eingestiegen. „Sie wollte zu uns nach Serm fahren, das sind nur zwei Haltestellen“, so Mohr. „Sie hatte ein rund zwei Monate altes, aber noch nicht abgestempeltes Ticket ihrer Schwester dabei.“ Das entwertete das junge Mädchen und dachte, dass alles in Ordnung sei. Mitnichten!

„Der Busfahrer hat ihr dann Ticketfälschung vorgeworfen – warum auch immer – und die Fahrkarte einfach an sich genommen.“ Es sei nur noch eine weitere Person im Bus gewesen – offenbar ein Kontrolleur, der von der Zwölfjährigen dann noch den Ausweis verlangt habe.

Junge Duisburgerin war völlig aufgelöst

Sie hatte ihren Ausweis aber nicht dabei und musste am Ende ein neues Ticket kaufen. So erzählte es die völlig aufgelöste Enkelin, als sie bei ihren Großeltern ankam. „Sie hatte genau 1,70 Euro für die Rückfahrt dabei und davon dann die Fahrkarte zu uns bezahlt“, so der Sermer. „Das ist doch unglaublich!“

Am Ende hat Mohr in diesem Fall sogar die Schlichtungsstelle für Nahverkehr eingeschaltet. Die Antwort, die er nun bekam, hat ihn noch wütender gemacht: „Nach eingehender Überprüfung des Vorgangs teilen wir Ihnen mit, dass wir im vorliegenden Fall keinen Schlichtungsvorschlag formulieren werden. Uns liegen widersprüchliche Sachverhalte vor. Das Verkehrsunternehmen teilt mit, dass der Fahrer des Busses befragt worden sei (...) Dass er das Ticket Ihrer Enkelin eingezogen haben soll und ihr eine zusätzliche Fahrkarte verkauft haben soll, daran konnte er sich nicht erinnern. Das Verkehrsunternehmen teilt darüber hinaus mit, dass es sich um einen sehr zuverlässigen Mitarbeiter handelt.“ Die DVG habe sich dennoch für die Unannehmlichkeiten entschuldigt.

Großvater spricht von einem Armutszeugnis

Werner Mohr hält diese Antwort für ein Armutszeugnis und würde den Busfahrer am liebsten persönlich zur Rede stellen. „Meine Enkelin hat seitdem Angst, in einen Bus zu steigen.“

Auf Anfrage der Redaktion teilt eine DVG-Sprecherin mit, dass das nun nach so langer Zeit sehr schwierig sei, den Fall noch aufzuklären. Klar ist: Sollte das junge Mädchen ein nicht abgestempeltes Kurzstreckenticket für 1,70 Euro bei sich gehabt haben, war es noch gültig.

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