Ausstellung

Duisburger Künstler aus zwei Generationen auf Spurensuche

André Schweers zeigt seine Papierguss-Arbeiten in der Galerie DU-Art neben Arbeiten von Kurt Budewell. Foto: Zoltan Leskovar /

André Schweers zeigt seine Papierguss-Arbeiten in der Galerie DU-Art neben Arbeiten von Kurt Budewell. Foto: Zoltan Leskovar /

Foto: FUNKE Foto Services

Duisburg.  Gerhard Losemann zeigt in der Galerie DU-Art am Dellplatz Werke von Kurt Budewell und André Schweers mit dem Titel „Von der Fläche in den Raum“.

Mit André Schweers und Kurt Budewell zeigt Gerhard Losemann in seiner Galerie DU-Art die erste Ausstellung ohne Werke aus der eigenen Sammlung. Ihm war aufgefallen, dass neben dem Kolumbarium in Duissern bestimmte Werkreihen des in Neuenkamp geborenen Budewell (1924-2007) kaum mehr bekannt sind. Ihm widmete 1977 das Lehmbruck-Museum eine erste Retrospektive, das auch einige Werke besitzt. Die Werke für die Ausstellung stellte Budewells langjährige Lebensgefährtin Elke Rettberg zur Verfügung.

Gedankliche Verbindungen

Losemann, der zu seinen Ausstellungen auch gern lebende Künstler einlädt, „um nicht im eigenen Saft zu schmoren“, sprach André Schweers an, in dessen Arbeiten er wiederum eine gedankliche Verbindung zu Budewell entdeckte. Der habe sich mit seiner Fundstück-Kunst zwar in einer jüngeren Vergangenheit bewegt als Schweers, dessen Arbeiten weiter bis die Archäologie und Erdgeschichte zurück greifen, beide aber blicken bei ihrer Spurensuche zurück.

Budewell hat für seine Objekte, die von 1987 bis 2000 entstanden sind, oft Äste oder Zweige, Steine oder Muscheln gesammelt, die er zunächst auf einem großen Tisch fixiert hat, wie Elke Rettberg berichtet. Dann hat er sie mit vielen Schichten Seidenpapier überzogen, bis sie eine lederähnliche Konsistenz hatten, bemalt und ihnen mit Wachs eine glänzend Patina verliehen. Präsentiert werden diese Abdrücke (die Fundstücke sind entfernt) in Objektkästen.

Auf Vorgefundenes einlassen

Auch André Schweers, 1963 in Mülheim geboren, lässt sich auf Natur und andere Gegebenheiten wie Mauern ein. Pfade, Wegenetze und Mauerverläufe – also von Menschen hinterlassene Spuren – skizziert er, brennt sie in eine Kunststoffplatte ein, in die er dann Papier gießt. So entstehen Reliefs, die einen sehr natürlichen Eindruck vermitteln, stabil, aber auch leicht und verletzlich, Oft erdfarben, kann er das Papier aber auch färben. Eine große hochformatige Arbeit mit einer kräftig blauen, geschwungenen Form setzt sich in ihrer Dynamik und Energie von den eher zarten, zurückhaltend kolorierten Arbeiten ab.

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