Schwimmen

Duisburger Kinder machen das Seepferdchen im Crash-Kurs

Die achtjährige Amina hat in einem Crash-Kurs ihr Seepferdchen gemacht.

Die achtjährige Amina hat in einem Crash-Kurs ihr Seepferdchen gemacht.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Über 100 Kinder lernen in Duisburg in einem Crash-Kurs Schwimmen. Trainer sagen: „Viele waren noch nie Schwimmen und sind ein wenig ängstlich.“

In zwei Wochen kann man inzwischen fast alles schaffen: Führerschein, Diät, die Serie „Game of Thrones“ durchgucken – oder Schwimmen lernen. Für die Jungen und Mädchen im Neudorfer Memelbad zählt in den Herbstferien nur eines: das Seepferdchen-Abzeichen.

Zur Ferien-Halbzeit am Montag treffen sich die Kinder wieder vor dem Hallenbad. Schnell schlüpfen sie in die Bade-Klamotten und ab geht’s ins Wasser. „Vor einer Woche waren sie noch etwas vorsichtig“, berichtet Michaela Grell von der Novitas-BKK. Doch warum steht jemand von der Versicherung am Beckenrand? „Wir übernehmen die Hälfte der Gebührenkosten, wenn die Kinder regelmäßig am Kurs teilnehmen“, erklärt Grell.

Im Crash-Kurs zum Seepferdchen: „Viele waren noch nie Schwimmen“

So ein Crash-Kurs im Wasser kostet nämlich Geld: 40 Euro beträgt die Gebühr. Der Duisburger Schwimm- und Sportclub (DSSC) organisiert das Training. Christel Dinter bringt den Acht- bis Zwölfjährigen Schwimmen bei. „Wir unterstützen die landesweite Aktion ‚NRW kann schwimmen‘“, sagt Dinter.

Allein in Duisburg beteiligen sich sämtliche sechs Hallenbäder, mehr als 100 Kinder haben sich für die Herbstferien angemeldet. Jeden Tag kommen die kleinen van Almsicks und Phelps für eine Stunde ins Wasser. „In den ersten Tagen haben sich die Kinder im Nichtschwimmerbecken ans Wasser gewöhnt“, sagt die Schwimm-Trainerin vom DSSC. Beim Kurs geht’s grundsätzlich erstmal darum, dass die Kinder mit dem nassen Element in Berührung kommen. „Viele waren noch nie Schwimmen und sind ein wenig ängstlich.“

Schwimmtraining: Kinder machen schnell Fortschritte

Von dieser Angst ist bereits nach einer Woche nichts mehr zu sehen. Wagemutig springen die Kleinen schon ins Schwimmerbecken, strampeln, kraulen und halten sich dennoch stets in der Nähe des Beckenrandes auf. Dass die Kinder sich nach so kurzer Zeit (mal mehr, mal weniger) sicher im Nass bewegen, bedarf viel Vertrauen. „Die Kinder wissen, dass wir immer in der Nähe sind – dadurch werden sie mutiger“, ist sich Dinter sicher.

Spielerisch üben die Schwimmanfänger, wie weit sie schwimmen und tauchen können. Der große Moment naht: Amina und Ayla springen vom Block ins Wasser, schwimmen 25 Meter und tauchen anschließend noch nach einem Ring. Das bedeutet für die beiden Mädchen und fünf weitere Kinder an diesem Tag: Sie haben das Seepferdchen geschafft. Und dafür nicht mal ganz zwei Wochen gebraucht. „Die Kinder sind richtig motiviert und haben Spaß. Und nebenbei lernen sie etwas Lebensrettendes und sind gerüstet für die weiterführende Schule“, findet Michaela Grell.

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