Philharmonie Mercatorhalle

Duisburger Kammerkonzert mit Ingeborg Danz und Michael Gees

Ingeborg Danz, die am Sonntag mit Michael Gees einen Liederabend gestaltete, kehrt als Solistein des  Philharmonischen Konzerts mit Mahlers „Auferstehungssinfonie“ im Mai nach Duisburg zurück.

Ingeborg Danz, die am Sonntag mit Michael Gees einen Liederabend gestaltete, kehrt als Solistein des Philharmonischen Konzerts mit Mahlers „Auferstehungssinfonie“ im Mai nach Duisburg zurück.

Foto: Zoltan Leskovar

DUISburg.   Über ein meditatives Programm „Zwischen Wachen und Träumen“ – gezeichnet in den Farben der Nacht in der Duisburger Mercatorhalle.

Eigentlich wollte der Pianist Michael Gees diesen Liederabend gemeinsam mit der Sopranistin Anna Lucia Richter unter dem Motto „Wahn und Sinn“ gestalten. Die Sängerin erkrankte, dafür war Altistin Ingeborg Danz im Rahmen der Kammerkonzerte in der Mercatorhalle zu erleben. Das neue Motto: „Zwischen Wachen und Träumen“.

Die Auswahl der Lieder reicht vom englischen Renaissance-Meister John Dowland bis zu Gustav Mahler. Die gedeckten Farben herrschen vor: In Felix Mendelssohn-Bartholdys „Nachtlied“ oder Robert Schumanns „An den Mond“ gestaltet Michael Gees am Klavier sehr genau diese dunkle Melancholie. Ein musikalischer Strahl des Mondlichtes sorgt für kleine Aufhellungen.

Während die Romantiker die düsteren Seiten der Nacht betonen, strahlen die Lieder von Johann Sebastian Bach wie „Der Tag ist hin“ Optimismus aus.

Großer stimmlicher Einsatz

Ingeborg Danz zeigt an diesem Abend großen stimmlichen Einsatz, für sie gibt es in diesem Programm keine Ruhepausen, sie singt ein Lied nach dem anderen, insgesamt 20 Stücke. Die Stimmung des Konzerts ist meditativ, große Operneffekte vermeidet Ingeborg Danz, so fehlen emotionale Höhepunkte. Manchmal setzen Ingeborg Danz und Michael Gees auf den Spitzentönen eines Liedes trotzdem einen kleinen Höhepunkt, so in Mendelssohn Bartholdys „Der Mond“. Unaufgeregt in weiten Bögen lässt sie dann die Melodie in John Dowlands „Flow my tears“ dahinströmen.

Die großen Hits der klassischen Liedkunst sind in diesem Programm sparsam verteilt: Nach der Pause erklingt mit Robert Schumanns „Mondnacht“ eines der berühmtesten Werke zum Thema „Nacht“. Danz und Gees musizieren es genauso unspektakulär und meditativ wie die anderen Stücke des Abends.

Ein fast schon expressionistisches Psychogramm

Das fast schon expressionistische Psychogramm einer verstörten Seele ist Hugo Wolfs „In der Frühe“ auf einen Text von Mörike. Ein starkes Finale und Vorschau auf das nächste Philharmonische Konzert, in dem Danz bei Gustav Mahlers Auferstehungssinfonie zu Gast sein wird, stellt schließlich Mahlers „Um Mitternacht“ dar. Sie singt das ebenso schlicht wie emotional anrührend.

Mit der Zugabe entlassen Danz und Gees das Publikum aus dieser Nachtreise in einen neuen musikalischen Tag: In „Morgen“ von Richard Strauss heißt es ganz hoffnungsvoll: „Und morgen wird die Sonne wieder scheinen.“

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