Gravur-Meister

Duisburger hat schon Trophäen für Fußball-Stars gefertigt

Ulrich Petersen bei der Arbeit.

Ulrich Petersen bei der Arbeit.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Neudorf.   Ausgezeichnete Arbeit: Warum die Trophäen eines Duisburger Gravur-Meisters auch bei Stars wie Miro Klose, Oliver Kahn oder Franck Ribery stehen.

Ulrich Petersen hat sein Handwerk „von der Pike auf“ gelernt. Besser gesagt: Sein Kunsthandwerk. Auch heute übt er seinen Beruf immer noch mit viel Leidenschaft und Herzblut aus. Das spürt jeder, der seine Geschäftsräume am Sternbuschweg betritt. Die glänzenden Pokale und die Ausstellungsvitrinen mit den anspruchsvollen Glasquader-Gravuren fallen sofort ins Auge.

Im Jahr 1985 machte der gebürtige Hallenser sich selbstständig, das Angebot, die Räume eines alteingesessen Gravier- und Pokalgeschäfts wenige Meter entfernt von seinem jetzigen Standort zu übernehmen, kam da gerade recht. Nach seiner Lehre in Aachen und dem anschließenden Studium an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau arbeitete Petersen in Münster. Von dort aus den Schritt nach Duisburg zu wagen, war ihm anfangs suspekt: „Das war nicht gerade der Ort, den ich mir vorgestellt hatte.“

Weit über die Stadt hinaus einen Namen gemacht

Die Entscheidung von damals hat er nicht bereut, heute könnte er sich gar nicht mehr vorstellen, woanders zu leben: „Hier kriegt mich keiner mehr weg.“ Im Laufe der Jahre hat er sich durch seine Arbeit weit über die Stadt hinaus einen Namen gemacht. Die von ihm gestalteten Ehrenpreise und Erinnerungsgaben sind bei keinem der städtischen Events mehr wegzudenken. Erst kürzlich konnten sich Duisburgs Sportler des Jahres über die Ehrenpreise aus seiner Werkstatt freuen.

Seine Spezialität sind mittlerweile Glasquader im 3-D-Format, die dem Anlass entsprechende Motive zeigen. Kein Wunder, dass Duisburgs OB Sören Link bei seinem Bürgerspaziergang durch Neudorf auch den Gravurmeister besuchte. Dort konnte er sich auch die direkt ins Auge fallende 3-D-Nachbildung des Duisburger Rathauses anschauen. Auch wenn der Spezialist immer noch gerne mit Hammer und Stichel arbeitet – „das habe ich ja so gelernt“ – ist der Umgang mit der modernen Technik unerlässlich. „Da muss man schon am Ball bleiben und sich fortbilden, sonst ist man schnell weg vom Fenster“, erläutert er. Die Fähigkeiten haben sich herumgesprochen. Sogar die Deutsche Fußball-Liga hat auch schon bei ihm Trophäen für die Fußballer des Jahres in der Bundesliga geordert. Seine Kunst ist so unter anderem auch bei Stars wie Olli Kahn, Franck Ribery und Miro Klose zu bewundern.

Petersen arbeitet seit den Duisburger Spielen im Jahr 2005 immer wieder für die „World Games“, mit seinen „Awards“ werden jeweils die besten Sportler in den „nichtolympischen Sportarten“ geehrt. Für den Deutschen Kanuverband fertigte er die anspruchsvoll designten Ehrenpreise an, mit denen die Medaillengewinner der letzten Olympischen Spiele gewürdigt wurden.

Auftrag aus Indien

Besonders stolz ist Ulrich Petersen auf einen Auftrag, den er vor einiger Zeit aus Indien erhielt. Zur Eröffnung der Forschungsstation „Bharati“ in der Antarktis fertigte er gleich 100 Glasquader an, die an diesen großen Tag erinnern. Auch auf den Seychellen ist man dank Internet auf den Duisburger aufmerksam geworden, hier „laserte“ er eine Kokosnuss in das entsprechende Glasstück, das nun gleich 500-fach als Gastgeschenk vom Inselstaat aus in alle Welt geht.

Wer so viel arbeitet, macht auch Fehler. Der Duisburger muss schmunzeln, wenn er sich an seine „Flops“ erinnert. „Auszeichnungen für ein großes Tennisturnier habe ich einmal komplett mit Fußball-Emblemen versehen“, erinnert er sich. Und dass er den größten Erfolg eines heimischen Schützenkönigs auf der Plakette für die Schützenkette gleich um 100 Jahre (1878 statt 1978) zurückdatierte, nahmen die Betroffenen damals zum Glück mit Humor.

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