Gericht

Duisburger Gericht verurteilt Rentner für Tat im Altenheim

Die Waage der Justizia ziert als Symbol der Gerechtigkeit die Fassade des Gebäudes des Land- und Amtsgerichts Duisburg

Die Waage der Justizia ziert als Symbol der Gerechtigkeit die Fassade des Gebäudes des Land- und Amtsgerichts Duisburg

Foto: Foto: Maira Schmidt

Duisburg.  77-Jähriger verging sich bei Besuch in Duisburger Altenheim an einer dementen Bewohnerin. Amtsgericht gab ihm Bewährungschance.

Eine Pflegerin in einem Neumühler Altenheim glaubte am 28. Dezember 2018 ihren Augen nicht zu trauen: Als sie in das Zimmer einer dementen Bewohnerin kam, die gerade Besuch von ihrem 77-jährigen Bruder hatte, saß der auf dem Bett ihrer gleichfalls dementen Zimmernachbarin und ließ von ihr sexuelle Handlungen an sich vornehmen. Wegen sexuellen Übergriffs an einer Widerstandsunfähigen stand der pensionierte Postbeamte am Dienstag vor dem Amtsgericht.

Der Angeklagte wollte sich zu dem Vorwurf nicht äußern. „Sie hatte ihre Hand in seiner Hose und bewegte sie rhythmisch auf und ab“, erinnerte sich die 52-jährige Zeugin. Aufgrund ihrer Erkrankung habe die Frau mit Sicherheit nicht begriffen, was da gerade passierte. „Ich konnte sie dann auch prima mit Kaffee und Kuchen ablenken.“ Der Angeklagte habe gesagt, da habe er wohl Mist gemacht und sei mit hochrotem Kopf ganz schnell verschwunden.

Tat blieb ohne erkennbaren Folgen

Das Schöffengericht hatte an der Schuld des Angeklagten keinen Zweifel. „Da er seine Schwester schon mehrfach besucht hatte, hätte ihm klar sein müssen, dass die Geschädigte überhaupt keinen eigenen Willen äußern konnte“, so der Vorsitzende in der Urteilsbegründung. Zu Gunsten des in Duisburg geborenen Mannes sprach am Ende, dass er bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war und er durch seine Tat keine erkennbaren Folgen verschuldet habe.

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