Gericht

Duisburger Gericht gab trauriger Betrügerin Bewährungschance

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg vom Opernplatz aus gesehen,

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg vom Opernplatz aus gesehen,

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Wegen Betruges stand eine Duisburgerin (28) vor dem Amtsgericht. Ihr reuiges Geständnis bewahrte sie vor einem Aufenthalt hinter Gittern.

Wegen gewerbsmäßigen Betruges stand eine 28-jährige Duisburgerin vor dem Amtsgericht am König-Heinrich-Platz. In mindestens 30 Fällen hatte sie zwischen März 2017 und Februar 2018 Artikel im Internet zum Verkauf angeboten und Geld von den Käufern kassiert, ohne die Ware, die es im Zweifelsfalle gar nicht gab, jemals zu liefern. Doch das reuige Geständnis der Angeklagten und das Motiv für ihre Taten sorgten dafür, dass sie mit einer 15-monatigen Bewährungsstrafe davon kam.

„Ich bin schwerbehindert“, erklärte die schlanke Frau mit leiser Stimme. Ein verkrümmter Rücken und ein gelähmter linker Arm hätten trotz ihrer Bemühungen immer wieder dafür gesorgt, dass sie in der Berufswelt keinen Tritt fassen konnte. „Ich lebe seit Jahren von Hartz IV.“ Auch privat gab es wenig Erfreuliches. „Ich bin mit 17 Jahren Mutter geworden“, berichtete die Angeklagte. Doch die Beziehung mit dem Kindsvater sei „schwierig“ gewesen. Auch in ihrer eigenen Familie – die Tochter der Angeklagten lebt inzwischen wieder bei ihrem Opa – habe sie keinen Rückhalt. Seit ein paar Jahren leide sie unter schweren Depressionen.

Angeklagte: „Ich wollte meiner Tochter etwas bieten können.“

Aus dieser desolaten Gesamtsituation heraus hatte die 28-Jährige die Betrugstaten begangen. „Ich hatte kein Geld, und wollte meiner damals neun Jahre alten Tochter doch mal etwas bieten.“ Sie bedaure das sehr, weil sie dabei auch Familien betrogen habe. Unter den angebotenen Waren befanden sich neben allerlei Werkzeug nämlich auch attraktive Sets bekannter Hersteller von Spielzeugfiguren. Insgesamt wurden die Kunden um 2500 Euro geprellt. „Ich schäme mich so für das, was ich da gemacht habe“, so die 28-Jährige traurig.

Ein Geständnis, welches das Gericht aufgrund seiner Ehrlichkeit überzeugte. Da die Angeklagte zudem bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, gab es eine Bewährungschance. „Ohne dieses reuige Geständnis hätte die Strafe nicht mehr im bewährungsfähigen Bereich gelegen“, betonte der Vorsitzende des Schöffengerichts.

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