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Duisburger Gericht gab jungen Räubern letzte Chance

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz.

Foto: DANIEL ELKE / WAZ FotoPool

Duisburg.  Zwei 19 und 18 Jahre alte Duisburger überfielen 2018 drei Tankstellen. Gericht setzt Entscheidung über Jugendstrafe zur Bewährung aus.

Die Überfälle, die mehrere untereinander verbandelte Gruppen junger Duisburger 2018 begingen, hielten die Polizei auf Trab. Den jungen Leuten war es offenbar egal, ob sie eine Tankstelle, einen Supermarkt oder eine Spielhalle überfielen. Wichtig war nur das schnelle Geld. An drei derartigen Überfällen waren auch die beiden 19 und 18 Jahre alten Hochfelder beteiligt, denen das Amtsgericht am König-Heinrich-Platz jetzt eine letzte Chance gab.

Die beiden Angeklagten gestanden, innerhalb von nur drei Wochen drei Überfälle auf Tankstellen begangen zu haben. Zweimal war sogar die selbe Tankstelle an der Heerstraße Ziel der Räuber. Mit wechselnden Mittätern, maskiert und mit diversen Waffen und gefährlichen Gegenständen ausgerüstet, hatten sie Angestellte in Verkaufsshops bedroht oder bei den Überfällen anderer Schmiere gestanden. Die Beute bei den drei Taten betrug rund 2700 Euro.

Polizei hörte bei den letzten Überfallplänen bereits mit

Die Polizei kam den Tätern angesichts von Spuren, wie Fingerabdrücken, bestimmten Tätermerkmalen oder Kleidung, die unvorsichtigerweise gleich bei mehreren Überfällen getragen wurde, auf die Spur. Zuletzt hörte sie die Telefongespräche einiger Verdächtiger mit. „Bevor wir einige, darunter auch die beiden Angeklagten festnahmen, hatten wir die Planung weiterer Straftaten mitbekommen“, berichtete ein Beamter im Zeugenstand. So hätten die Räuber zunächst eine Tankstelle in Wanheimerort überfallen wollen, davon aber wegen eines Großaufgebots von Polizei im Zusammenhang mit einem Fußballspiel des MSV wieder Abstand genommen. Dann sollte es ein Supermarkt in Kaßlerfeld sein. Doch der hatte schon zu. Bevor schließlich eine Spielhalle überfallen werden konnte, griff die Polizei zu.

Die Angeklagten entschuldigten sich beim Gericht und bei den Männern, die sie bei den Überfällen bedroht hatten. „Wir hatten falsche Freunde, haben mit Drogen und Alkohol experimentiert“, hieß es. „Und wir haben das alles überhaupt nicht ernst genommen. Über die Konsequenzen für uns, aber auch für jene, die wir bedrohten, haben wir uns keine Gedanken gemacht.“

Endgültige Entscheidung fällt erst in einem halben Jahr

Da die Angeklagten sich inzwischen von ihrem alten Umfeld distanziert haben, derzeit Schule und Ausbildung wieder aufgenommen haben und durch die Geständnisse das Strafverfahren deutlich abkürzten, gab ihnen das Jugendschöffengericht die Chance, sich ein halbes Jahr zu bewähren, bevor entschieden wird, ob die beiden jungen Räuber nicht doch eine zweijährige Jugendstrafe absitzen müssen. Eine Urteilsvariante, die es nur im Jugendstrafrecht gibt. In dieser Zeit müssen die Angeklagten eine ganze Reihe von Auflagen erfüllen.

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