Dokumentarfilm

Duisburger Filmwoche erhält als Leitung eine Doppelspitze

Christian Koch und Gudrun Sommer fungieren als Leiter der Duisburger Filmwoche und des Kinder- und Jugendfilmfestivals „doxs!“.

Christian Koch und Gudrun Sommer fungieren als Leiter der Duisburger Filmwoche und des Kinder- und Jugendfilmfestivals „doxs!“.

Foto: Dirk Rose

Duisburg.   Gudrun Sommer und Christian Koch heißen die neuen Leiter der Duisburger Filmwoche und des Jugendfilmfestivals „doxs!“. Amtszeit startet im April.

Nachfolger von Werner Ružička als Leiter der Duisburger Filmwoche werden ab April Gudrun Sommer und Christian Koch. Das Duo soll aber nicht nur das Festival des deutschsprachigen Dokumentarfilms verantworten, das immer Anfang November im Filmforum am Dellplatz läuft, sondern auch das zeitgleich stattfindende Kinder- und Jugendfilmfestival „doxs!“. Die Veranstaltungen sollen zudem enger miteinander verzahnt werden.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Gudrun Sommer und Christian Koch ein Leitungsteam gewinnen konnten, das über eine vielseitige Expertise verfügt“, kommentierte OB Sören Link die Personalie. „Nach der erfolgreichen Ära Werner Ružičkas verspricht diese Doppelspitze Kontinuität, aber auch neue künstlerische Akzente.“ Beide Verträge seien auf eigenen Wunsch der neuen Festivalleiter vorerst auf zwei Jahre befristet.

Mit der personellen soll auch eine strukturelle Veränderung einhergehen. So wünscht sich nicht nur Volker Heckner, kommissarischer Leiter der VHS, künftig eine engere Zusammenarbeit der Festivalmacher mit lokalen Akteuren des Duisburger Kulturlebens. „Der Anspruch der neuen Doppelspitze, lokale Verankerung und internationale Ausstrahlungskraft in Einklang zu bringen, ist eine vielversprechende Perspektive für die Festivals wie für die Bildungsregion Duisburg“, so Heckner.

Debattenkultur bleibt ein wichtiger Teil der Filmwoche

Unangetastet bleiben soll bei künftigen Filmwochen aber die ausgiebige Debattenkultur. Die jeweiligen Autoren stellen sich nach der Vorführung ihrer dokumentarischen Werke bislang immer im Grammtikoff der Diskussion mit dem Publikum. Darin sitzen Filmschaffende und -studenten, aber auch interessierte Zuschauer. Die dort entstehenden Gespräche werden von einem Protokollanten detailliert festgehalten, so dass auch im Nachhinein der Argumente-Austausch nachvollzogen werden kann. Diese intensive Begegnung zwischen Filmautoren und Zuschauern zählt zu den Alleinstellungsmerkmalen der international anerkannten Filmwoche.

2002 ging „doxs!“ an den Start

Auch Gudrun Sommer setzt auf eine Weiterentwicklung der beiden Festivals: Das ständige Hinterfragen könne aber nicht allein von der Leitung ausgehen, „sondern von und mit allen am Festival Beteiligten.“ Die aus Österreich stammende Sommer ist bereits seit 1997 in verschiedensten Funktionen für die Filmwoche aktiv. Sie war Mitglied der Auswahlkommission. 2002 gründete sie das Festival „doxs!“, das sich zu einer anerkannten Marke entwickelte. Seit 2012 zählt sie auch zur Juroren-Riege für den Grimme-Preis.

Ihr in Bochum geborener Leitungskollege Christian Koch (47) sagt: „Mich interessieren innovative Formen der Zusammenarbeit mit Filmschaffenden, der Branche und dem Publikum in Duisburg. Das Festival muss sich auch aus der Stadt heraus weiterentwickeln.“Koch hatte zuvor bereits Leitungsfunktionen beim Tanztheater Pina Bausch in Wuppertal oder PACT Zollverein in Essen inne und ist Lehrbeauftragter für Kulturmanagement an der Folkwang Universität der Künste.

>>> Filmwoche startet am 4. November

Die 43. Auflage der Duisburger Filmwoche steigt vom 4. bis 10. November im Filmforum am Dellplatz. Veranstalter ist die Stadt Duisburg.

Gefördert werden die Filmwoche und „doxs!“ vom Land NRW sowie der Film- und Medienstiftung NRW. Zu den Medienpartnern gehören die TV-Sender Arte und 3sat. Sechs feste Mitarbeiter kümmern sich um die Organisation der Festivals.

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