Turbo-Abi

Duisburger Elternschaft lehnt Volksbegehren gegen G 8 ab

In dem Gesetzesentwurf des Volksbegehrens „G 9 jetzt“ sieht die Duisburger Elternschaft eine Verschlechterung für andere Schulformen.

Foto: DPA, Armin Weigel

In dem Gesetzesentwurf des Volksbegehrens „G 9 jetzt“ sieht die Duisburger Elternschaft eine Verschlechterung für andere Schulformen. Foto: DPA, Armin Weigel

Duisburg.   Duisburger Elternvertreter sehen im Gesetzesentwurf Nachteile für Schüler anderer Schulformen. Unterschriftenlisten liegen im Rathaus aus.

Die Elterninitiative „G9 – jetzt“ macht NRW-weit mobil gegen das Turbo-Abitur. Ihre Forderung: Schüler sollten wie früher nach 13 Jahren Schulzeit ihr Abi machen und nicht – wie aktuell – nach zwölf. Um eine entsprechende Änderung im Schulgesetz zu erreichen, initiieren sie ein Volksbegehren. Auch in Duisburg liegen seit gestern Unterschriftenlisten im Rathaus aus, in die sich die Bürger eintragen können. Die Elternschaft Duisburger Schulen (EDuS) lehnt das Volksbegehren jedoch ab.

Die meisten Eltern wollen wieder neun Schuljahre

Die meisten Mütter und Väter in Duisburg sind für eine Rückkehr zu neun Schuljahren. Das hat eine Umfrage ergeben, die die Schulelternschaft im vergangenen Jahr veranlasste. Trotzdem lehnt die Elternvertretung das Volksbegehren ab – zumindest in seiner jetzigen Form. Deren Vorsitzende, Christina Herold, erklärt: „Das Volksbegehren basiert auf einer Gesetzesvorlage, die in dieser Form für uns nicht akzeptabel ist.“ Darin verberge sich nämlich eine Passage, in der gefordert wird, die Jahresstundenzahl in der Sekundarstufe II (Klasse 5 bis 10) in allen Schulformen von 188 auf 180 Stunden zu begrenzen.

Innerhalb dieser Forderung vermutet die Duisburger Elternschaft eine Abschaffung des Ganztagsunterrichts und die Reduzierung von Lehrerstellen in den Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen. Diese Verschlechterung betreffe immerhin 72 Prozent der Schüler in Duisburg, die kein Gymnasium, sondern eine dieser Schulformen besuchen. „Das ist unsolidarisch und damit für uns nicht tragbar“, so Christina Herold. Die Duisburger Eltern rufen daher auf, das Volksbegehren nicht zu unterstützen und haben sich dafür mit weiteren Elternschaften in Köln und Bonn zusammengeschlossen.

Ein Million Unterschriften notwendig

Schade findet das Herold, schließlich sei das Vorhaben durchaus positiv zu bewerten. „Wir möchten ja alle, dass unsere Kinder wieder mehr Zeit zum Lernen haben – aber eben nicht zu Lasten anderer Schüler.“ Mit den Landtagswahlen im Mai hätte es ohnehin eine Veränderung gegeben, ist Herold überzeugt. „Alle Parteien haben Reformen in ihren Programmen.“ Diese wären womöglich bereits zum kommenden Schuljahr umgesetzt worden. „Durch das Volksbegehren verzögert sich der Prozess noch weiter.“

Die Initiatoren von „G 9 jetzt“ halten den Gesetzesentwurf dagegen für stimmig und wollen bis zum 7. Juni über eine Millionen Unterschriften sammeln. Weitere Informationen zum Vorhaben finden Interessierte im Netz unter www.g9-jetzt-nrw.de.

In Duisburg liegen die Eintragungslisten ab heute an zwei Stellen aus: In der Stabsstelle für Wahlen, In den Haesen 84, in Homberg (Zimmer 17) sowie im Rathaus an der Pforte. Unterzeichnen kann jeder Wahlberechtigte. „Die Schulen können selbst entscheiden, ob sie die Wahllisten auslegen“, erklärt Stadtsprecher Peter Hillbrands.

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