Gesundheit

Duisburger Blindenhilfswerk bringt Hilfe nach Kenia

Sieben Förderzentrum einer wie diese Mädchenschule in Kenia

Sieben Förderzentrum einer wie diese Mädchenschule in Kenia

Duisburg.   Das Deutsche Blindenhilfswerk engagiert sich seit 15 Jahren für den Aufbau augenärztlicher Infrastruktur und die Förderung sehbehinderter Kinder.

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Menschen, die in Kenia ihr Augenlicht verlieren, droht ein Leben in Isolation. „Vor allem außerhalb der großen Städte fehlt in vielen Teilen des Landes jegliche augenärztliche Infrastruktur“, berichtet Michael Ng’eno. Er arbeitet für die 1996 gegründete Salus Oculi Kenya. In den vergangenen 15 Jahren hat diese kenianische Hilfsorganisation mit Unterstützung des Deutschen Blindenhilfswerks und der Bundesregierung sieben Kliniken und 15 Förderzentren für Kinder mit Sehbehinderung aufgebaut.

Zusammenarbeit mit der kenianischen Regierung

Die NGO und ihre deutschen Partner arbeiten dabei mit der kenianischen Regierung zusammen. „Wir suchen einen passenden Ort aus, organisieren den Bau und die Einrichtung. Die Regierung stellt das Personal und ist anschließend verantwortlich für den Betrieb der Einrichtungen“, erklärt Michael Ng’eno. In der Regel finanzieren deutsche Entwicklungshilfe-Mittel 75 Prozent der Investitionskosten, die übrigen 25 Prozent steuert das Blindenhilfswerk aus Spenden bei. „Der Aufbau einer Klinik kostet rund 500 000 Euro“, erklärt Simone Henzler (DBHW).

Die Zahl der Menschen, die in Kenia früh am Grauen Star erkranken, ist wesentlich höher als in Europa. „Die Gründe sind nicht genau bekannt, vermutet wird ein Zusammenhang mit der Ernährung und Intensität der UV-Strahlung“, erläutert Augenarzt Dr. Stephan Irle. In ländlichen Regionen führe der enge Kontakt der Menschen zum Vieh häufig zu schweren Augenerkrankungen, berichtet Michael Ng’eno: „Der Grund sind die vielen Insekten, die fehlende Aufklärung der Menschen und die mangelnde Hygiene.“ Die Star-Operation – hierzulande längst medinischer Standard – ist für viele Kenianer oft undenkbar.

Qualifizierung von „Augen-Krankenschwestern“

Mit dem Aufbau der Kliniken versucht Salus Oculi den Mangel zumindest zu lindern. „Weil auch Augenärzte fehlen, setzen wir uns für eine verkürzte Ausbildung von medizinischem Fachpersonal ein, damit sie die Katarakte operieren können“, so Ng’eno. Außerdem unterstützt die NGO die Qualifizierung von „Augen-Krankenschwestern“. Sie erreichen mit dem Auto Ortschaften, die so weit entfernt von der nächsten Klinik liegen, so dass die Menschen sie nicht erreichen können.

In vielen Regionen Afrikas werde Blindheit weiterhin als Stigma gesehen, so Henzler. „Eltern schicken ihre blinden und sehbehinderten Kinder nicht zu Schule, da sie ihnen nicht zutrauen, diese auch erfolgreich abzuschließen. Deshalb arbeitet das Deutsche Blindenhilfswerk mit Organisationen vor Ort zusammen, die Eltern überzeugen, damit diese ihre Kinder zur Schule schicken.“

Zwei aktuelle Projekte fördern Blindenhilfswerk und Ministerium. In Kenia hat im September der Bau eines Förderzentrums für blinde Schüler begonnen. Eine Premiere ist das Engagement in Ghana: Dort entsteht ein Wohnheim, das eingeschränkt sehenden Kindern den Besuch des Förderzentrums ermöglicht, das ebenfalls mit Hilfe aus Duisburg entsteht.

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