Thyssenkrupp

Duisburger Betriebsrat bei Thyssenkrupp-Teilung optimistisch

Die Hütte brummt, Stahl ist derzeit sehr gefragt.Im Bild: das Warmbandwerk von Thyssenkrupp im Werk Bruckhausen in Duisburg.

Die Hütte brummt, Stahl ist derzeit sehr gefragt.Im Bild: das Warmbandwerk von Thyssenkrupp im Werk Bruckhausen in Duisburg.

Foto: Ilja Höpping

Duisburg.   Der Duisburger Betriebsrat steht hinter den Plänen, den Thyssenkrupp-Konzern zu teilen. Und es gibt Hoffnung auf eine erfolgreiche Gehaltsrunde.

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Verunsichert, aber unaufgeregt sei die Belegschaft von Thyssenkrupp Steel nach der Nachricht von der geplanten Teilung des Konzerns. Das berichteten Teilnehmer der Betriebsversammlung am Donnerstag im Meidericher Landschaftspark Nord. Zur Gelassenheit nach turbulenten Monaten dürft auch beitragen, dass der Stahlbereich des Konzerns ein hervorragendes Ergebnis erwirtschaftet haben dürfte.

„Wie eine Bombe“ sei die Nachricht von der beabsichtigten Zweiteilung des Ruhrkonzerns in der Belegschaft eingeschlagen, berichtet Betriebsratsvorsitzender Tekin Nasikkol, der bei der Betriebsversammlung erläuterte, warum die Arbeitnehmervertreter der Aufteilung zustimmen, eine Zerschlagung des Konzerns aber immer abgelehnt haben.

Eine Zerschlagung des Konzerns wird es nicht geben

Zerschlagung, wie von Finanzinvestoren gefordert, hätte den Ausverkauf von werthaltigen Teilen des Konzerns bedeutet. „Genau das passiert jetzt nicht mehr“, so Nasikkol. Bei der Aufteilung entstünden dagegen zwei zukunftsfähige Unternehmen. Zudem sei bei den mit der Konzernführung abgeschlossenen Vereinbarungen die Arbeitsplatzsicherung zentrales Thema gewesen.

Deutliche Kritik übte Nasikkol am früheren Konzernchef Heinrich Hiesinger und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Lehner, die in schwierigen Zeiten für Thyssenkrupp ihre Führungsposten verlassen und somit ein „Machtvakuum“ an der Konzernspitze verursacht hätten. An der Stabilisierung des Unternehmens habe die Arbeitnehmerseite maßgeblichen Anteil gehabt. Die neue Konzernführung mit Guido Kerkhoff (Vorstand) und Bernhard Pellens (Aufsichtsrat) genieße „unser vollstes Vertrauen“, so der Betriebsratschef. Auch die Zweiteilung des Konzerns sieht er durchaus optimistisch: „Beide Teile können profitieren.“

Optimistisch in die Verhandlungen um Bonuszahlungen

Zumal, so Nasikkol-Vertreter Horst Gawlik, die Konzernteile, die künftig mit der 50-Prozent-Beteiligung an Thyssenkrupp-Tata das neue Materials-Unternehmen bilden werden, auch sehr viel mit dem Stahlbereich zu tun hätten.

Gut ausgelastete Anlagen und entsprechend zu erwartende Top-Ergebnisse stimmen die Betriebsräte zudem sehr optimistisch, bei Verhandlungen um Bonus-Zahlungen und in der anstehenden Tarifrunde für die Stahlindustrie einen ordentlichen „Schluck aus der Pulle“ nehmen zu können.

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