Unternehmertag

Duisburger Betriebe und die Digitalisierung

Großer Andrang: Weit über 300 Gäste kamen ins Haus der Unternehmer, wo Autor Christoph Keese über die Digitalisierung sprach.   

Großer Andrang: Weit über 300 Gäste kamen ins Haus der Unternehmer, wo Autor Christoph Keese über die Digitalisierung sprach.  

Foto: Georg Lukas

Duisburg.   Gründer konnten sich auf dem „längsten Gründertisch an Rhein und Ruhr“ beim Unternehmertag vorstellen. Hauptthema war der „digitale Sturm“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Den „längsten Gründertisch an Rhein und Ruhr“ präsentierte der Unternehmerverband am Dienstagabend beim Unternehmertag. 14 Gründer konnten sich und ihre Ideen vorstellen, bevor es in großer Runde um das Zukunftsthema Digitalisierung ging.

„Software-Qualität steigern“ ist das Programm von Gründer Roland Golla. Er hat unter anderem ein Übersetzungswerkzeug für die Duisburger Tafel entwickelt, das auf Arabisch, Bulgarisch oder Rumänisch, den Hauptsprachen der aktuellen Zuwanderer und Flüchtlinge, Fragen stellen kann wie „Haben Sie eine Gefriertruhe?“ Oder „Sind Sie Vegetarier?“ Nicht unwichtig, wenn es um die Verteilung von Lebensmitteln geht. Golla bietet Workshops für Programmierer an, die von Unternehmen gesponsert werden, die wiederum mit gesuchten IT-Fachkräften zusammentreffen.

Drei Beispiele für Existenzgründungen

Michelle Lorenz und ihre drei Mitstreiter helfen kleinen und mittleren Unternehmen, die sich auf den chinesischen Markt wagen. Entwickelt werden unter anderem Strategien für die sozialen Medien, Marken werden vorgestellt und vor allem auch glaubhaft vermittelt, dass deutsche Firmen Produkte aus deutscher Fertigung anbieten – und nicht etwa chinesische Kopien.

Susann Ulbricht berät Firmen, die sich um eine familienbewusstere Unternehmenskultur bemühen wollen – ein immer besser werdendes Argument in Zeiten des Fachkräftemangels. Dabei geht es unter anderem um Arbeitszeitmodelle, die Freiräume für Mitarbeiter schaffen, um Zuschüsse für Zeiten der Kinderbetreuung oder Angehörigenpflege, um Sabbatmonate oder -jahre, um Betriebskindergärten oder Belegplätze an Kitas in Firmennähe.

Die Digitalisierung, ihr aktueller Status in den Betrieben und ihre Folgen waren die Hauptthemen beim Unternehmertag im Buchholzer Unternehmerhaus. Der Verband hatte zur Diskussion den Autor Christoph Keese eingeladen, der mit zwei Büchern über die Digitalisierung für Aufsehen gesorgt hat. Für sein zweites Buch „Silicon Germany“ hat er akribisch den Stand der Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft begutachtet.

Der digitale Sturm stellt alles in Frage

Seine Botschaft lautete: „Die Führungskraft der Zukunft kennt nicht die Lösung, sondern organisiert den Prozess, der zum Finden der Lösung führt.“ Dabei warnte Keese die Unternehmer davor, zu „verliebt“ in ihre bisherigen Produkte zu sein: „Der große Erfolg vieler Unternehmen darf nicht blind machen. Der digitale Sturm stellt alles in Frage.“

Die gute Konjunktur und der aktuelle wirtschaftliche Erfolg der deutschen Wirtschaft verhindern nach Ansicht von Wim Abbing, Vorstandsvorsitzender des Unternehmerverbandes, nötige Investitionen in die Digitalisierung. „Wir alle haben einfach keine Zeit die Axt zu schärfen, weil wir Bäume hacken müssen. Die Digitalisierung werde aber alle früher oder später mit voller Wucht treffen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben