Mordprozess

Duisburger bei Verfolgungsjagd umgefahren: „Habe Schmerzen“

Wegen versuchten Mordes steht ein 40-jähriger Duisburger, hier mit seinem Verteidiger, vor dem Landgericht.  Auf der Flucht vor der Polizei soll er am 17. Juli 2019 über eine Fußgängerbrücke in Neumühl gerast sein und dabei einen Mann lebensgefährlich schwer verletzt haben.

Wegen versuchten Mordes steht ein 40-jähriger Duisburger, hier mit seinem Verteidiger, vor dem Landgericht. Auf der Flucht vor der Polizei soll er am 17. Juli 2019 über eine Fußgängerbrücke in Neumühl gerast sein und dabei einen Mann lebensgefährlich schwer verletzt haben.

Foto: Foto: Bodo Malsch

Duisburg.  Bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei fährt ein 40-Jähriger einen 38-Jährigen um. Das Opfer schildert vor dem Duisburger Gericht die Folgen.

Das gewohnte Leben eines 38-jährigen Duisburgers endete am 17. Juli 2019, als der Elektroinstallateur nach der Arbeit über eine die A 42 überspannende Fußgängerbrücke an der Oberhauser Allee nach Hause ging. Daran, dass ihn ein Auto anfuhr, hat er keine Erinnerung mehr. Bei der Fortsetzung des Prozesses gegen einen 40-jährigen Neumühler, der auf der Flucht vor der Polizei über die Brücke raste, sagte der Geschädigte am zweiten Verhandlungstag als Zeuge aus.

„Ich weiß nur noch, dass wir schönes Wetter hatten und ich auf dem Weg nach Hause war“, so der Mann, der bis zu dem Vorfall als Angestellter in einer nahen Firma arbeitete. „Am 22. Juli habe ich das erste Mal wieder auf das Datum geschaut.“ Dass er mit schwersten Schädelverletzungen ins Krankenhaus kam und eine Not-Operation ihm das Leben rettete, weiß der 38-Jährige nur, weil man ihn hinterher darüber aufklärte.

Duisburg: 38-Jähriger leidet bis heute unter den Folgen der Tat

„Auch das Nasenbein und eine Augenhöhle waren gebrochen“, beschreibt der Mann seine Verletzungen. „Und mein Fuß.“ Genauer gesagt das Sprunggelenk, das so zersplittert war, dass es mit mehreren Schienen und Drähten gerichtet werden musste. Mehrfach wurde der 38-Jährige inzwischen daran operiert. „Ich habe noch immer Schmerzen im Fuß und oft solche Kopfschmerzen, als hätte ich mir mit einem Hammer auf den Kopf gehauen“, so der Zeuge.

Weitere Folgen: Der Geschädigte leidet unter Konzentrations-, Gedächtnis- und Sprachstörungen. „Ich bin noch immer krankgeschrieben“, teilte er vor Gericht mit. „Es stehen weitere Untersuchungen an, nach denen sich entscheiden wird, wann ich vielleicht irgendwann mal wieder arbeiten gehen kann.“

40-Jähriger raste im Auto vor Polizei davon

Der Angeklagte hatte die Tat bereits zu Beginn des Prozesses gestanden. Er war – nach eigenen Angaben unter Einfluss von Drogen und Alkohol – vor der Polizei geflüchtet, um nicht schon wieder ohne Führerschein erwischt zu werden. Der Verteidiger teilte dem Gericht am Donnerstag mit, dass er über die Frage eines Täter-Opfer-Ausgleichs mit der Anwältin des als Nebenkläger auftretenden Geschädigten korrespondiert habe. 2500 Euro seien bereits geflossen. Allerdings gingen die Vorstellungen über die Gesamthöhe von Zahlungen sehr stark auseinander: Der Anwältin des Geschädigten schwebten da schon eher 20.000 Euro vor. Das Verfahren soll voraussichtlich bereits Ende kommender Woche abgeschlossen werden.

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