Woche des Sehens

Duisburger Augenärzte raten zur Vorsorgeuntersuchung ab 40

Am Lesertelefon: Dr. Stephan Irle, Rainer Klischies und Dr. Hans Joachim Blumbach  (v.l.)

Am Lesertelefon: Dr. Stephan Irle, Rainer Klischies und Dr. Hans Joachim Blumbach (v.l.)

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg.   Grauer Star trifft viele Menschen ab dem 70. Lebensjahr, Makulargeneration ab dem 80. Lebensjahr. Zur Vorsorge raten Augenärzte aber schon ab 40.

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Ihr Augenlicht liegt den Duisburgern sehr am Herzen. Entsprechend groß war einmal mehr die Resonanz beim Lesertelefon am Dienstag. Anlässlich der „Woche des Sehens“ beantworteten die Augenärzte Dr. Hans Joachim Blumbach, Dr. Stephan Irle und Martin Klischies eine Stunde lang die Fragen der Anrufer.

Wie wichtig sind die Vorsorge-Untersuchungen?

„Kann ich noch mehr tun“, resümierte Hans Joachim Blumbach anschließend das Hauptanliegen seiner Gesprächspartner. Der Augenarzt ist im Ehrenamt Vorsitzender des Deutschen Blindenhilfswerk mit Sitz in Duisburg. Grauer Star und Makula-Degeneration sind immer wieder die Erkrankungen, zu denen es die meisten Fragen gibt. „Viele Anrufer wollten eine zweite Meinung“, berichtet Martin Klischies. Manches Mal mussten die Ärzte passen. „Ob eine Operation schon notwendig ist, kann ich am Telefon nicht beurteilen“, muss der Walsumer erklären.

Der weit überwiegende Teil der Duisburger sei aber augenärztlich gut versorgt, berichtet Dr. Stephan Irle. „Es sind zwischen 10 bis 15 Prozent, die viel zu lange warten, bis sie zum Arzt gehen.“ Im Gegensatz zu anderen Disziplinen gebe es für die Augen „keine institutionalisierte Vorsorge“, bedauern die Fachärzte. „Zu uns kommt man anlassbezogen.“

Fragen zu Selbstzahler-Leistungen

Die Werbung für Vorsorge-Untersuchungen ab dem 40. Lebensjahr ist deshalb Anliegen des Mottos „Das Ziel im Blick“ bei der Woche des Sehens. Erkrankungen wie der Grüne Star verlaufen im Frühstadium unbemerkt, die Schädigungen des Sehnervs sind irreparabel, warnen die Mediziner. Auch Eltern sollten bei Kleinkindern auf augenärztliche Vorsorge nicht verzichten, um Sehschwächen frühzeitig zu entdecken, empfiehlt Stephan Irle: „Bis zum Ende des zweiten Lebensjahr reicht ein Besuch.“

Fragen kommen auch zu „Selbstzahler-Leistungen“, die von den Kassen nicht übernommen werden. „Das heißt nicht, dass sie sinnlos sind“, betont Martin Klischies. Er verweist etwa auf die Glaukom-Vorsorge. „Das ist eine etablierte Leistung. Patienten sollte das angeboten werden, was Stand der Technik ist.“

Gibt es Neuerungen in der Therapie? „In der klinischen Erprobung ist ein Medikament, das die trockene Makula-Degeneration aufhalten soll“, berichtet Stephan Irle. In den nächsten Jahren könnte es auf den Markt kommen.

>> AKTUELLER VORTRAG IN DER VHS

Wie die schulische Inklusion von Kindern mit Sehbehinderungen in Deutschland und Kenia funktioniert, berichten heute um 20 Uhr in der VHS im Stadtfenster Christoph Usler (LVR-Johanniterschule Hochfeld) und Michael Ng’eno.

Der Kenianer ist für die Hilfsorganisation Salus Oculi tätig, die in Kenia Augenkliniken und Förderzentren für sehbehinderte Kinder aufbaut. Dabei arbeitet er seit vielen Jahren mit dem Deutsche Blindenhilfswerk in Duisburg zusammen.

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