Gericht

Duisburger (53) soll schwangere Ehefrau vergewaltigt haben

Wegen Vergewaltigung und Körperverletzung stand ein 53-jähriger Duisburger - hier mit seinem Verteidiger - vor dem Landgericht.

Wegen Vergewaltigung und Körperverletzung stand ein 53-jähriger Duisburger - hier mit seinem Verteidiger - vor dem Landgericht.

Foto: Foto: Bodo Malsch

Duisburg.  Wegen mehrfacher Vergewaltigung und Körperverletzung stand ein Duisburger (53) vor Gericht. Doch die 34-jährige Hauptbelastungszeugin schwieg.

Laut Anklage war die Ehe eines 53-jährigen Duisburgers mit seiner zweiten Ehefrau von Anfang an nicht harmonisch. Schon wenige Monate nach der Hochzeit soll der Mann die 19 Jahre jüngere Gattin erstmals brutal vergewaltigt haben. Damals war die Frau mit dem ersten gemeinsamen Kind schwanger. Wegen dreifacher Vergewaltigung und fünf Fällen der Körperverletzung stand der 53-Jährige nun vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz.

Die Anklage zeichnete furchtbare Szenen einer Ehe. Auch unmittelbar nach der Entbindung des Kindes 2012 soll der 53-Jährige seine Frau, die sich aus Angst vor Schlägen bald nicht mehr nennenswert gewehrt haben soll, erneut mit Gewalt zum Sex gezwungen haben. Eine dritte Tat soll sich im August 2015 ereignet haben. Darüber hinaus soll der Angeklagte seine Frau immer wieder grob misshandelt haben. Auch mit einer Fußleiste soll er zugeschlagen haben. So fest, dass das Holz dabei zerbrach.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe

Der 53-Jährige bestritt die Vorwürfe: „Es hat nie Gewalt gegeben.“ Allerdings habe er seine Frau beim Heimwerken mit der Fußleiste versehentlich im Gesicht verletzt. Da die aus der Türkei stammende Frau deshalb nicht zum Sprachkurs gehen konnte, schrieb er ihr eine Entschuldigung.

Die Geschädigte war nach den letzten Übergriffen 2018 in ein Frauenhaus geflüchtet, lebte dort ein Jahr lang. Doch vor Gericht wollte sie die Anschuldigungen, die sie danach gegenüber der Polizei gemacht hatte, nicht wiederholen. Sie machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht als Ehefrau Gebrauch. Damit konnte nur noch die Vernehmung der Zeugin durch eine Richter eingeführt werden, die 2019 stattfand. Doch zehn Monate nach ihrer sehr detaillierten Aussage bei der Polizei hatte die Zeugin gegenüber dem Richter vor allem Erinnerungslücken offenbart.

Ohne Hauptbelastungszeugin fehlten die Beweise

Angesichts dieser Beweislage waren sich die Juristen nach fünfstündiger Hauptverhandlung einig. Die 6. Große Strafkammer sprach den Angeklagten frei. „Das Gericht kann sich durchaus vorstellen, dass es zu solchen Vorfällen gekommen ist, wie sie in der Anklage geschildert sind“, so der Vorsitzende. „Aber wir können dem Angeklagten keine Schuld beweisen.“

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