Auftakt im Mordprozess

Duisburger (48) soll aus Habgier Mutter (74) ermordet haben

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Der Haupteingang des Land- und Amtsgerichts Duisburg am König-Heinrich-Platz

Foto: Foto: Jörg Schimmel

Duisburg.  Duisburger (48) soll in Walsum seine pflegebedürftige Mutter (74) ermordet haben. Motiv: Habgier. Nun steht er vor dem Landgericht.

Das Medieninteresse beim Auftakt des Schwurgerichtsprozesses vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz war groß. Als der Angeklagte in den Verhandlungssaal geführt wurde, verbarg er sein Gesicht hinter einem Aktendeckel vor den zahlreichen Kameras. Die Anklage wirft ihm Mord vor. Heimtückisch und aus Habgier soll der 48-jährige in der Nacht zum 3. Januar in Walsum seine pflegebedürftige 74-jährige Mutter getötet haben.

Erst rund zwei Wochen zuvor soll der Angeklagte bei der Rentnerin an der Dr.- Wilhelm-Roelen-Straße Unterschlupf gefunden haben. Weil er finanzielle Schwierigkeiten hatte und mit den Mietzahlungen in Rückstand geriet, war seine Wohnung in Neudorf am 18. Dezember 2018 zwangsgeräumt worden.

Opfer wurde mit Kissen erstickt

Der 48-Jährige soll bis zur Tat, so die Anklage, ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter gehabt haben. So hatte er unter anderem eine Scheckkarte für das Konto der 74-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte beschloss, seine Mutter zu töten, um über das Geld auf ihrem Konto frei verfügen zu können und um an eine Sterbeversicherung über 4476 Euro zu kommen.

Ohne Argwohn gegenüber dem Sohn soll sich das Opfer am Abend des 2. Januar auf ihre Wohnzimmercouch gelegt haben und eingeschlafen sein. Gegen 1 Uhr soll der Angeklagte einen Müllbeutel über ein Kissen gezogen und es der Schlafenden so lange auf das Gesicht gedrückt haben, bis die 74-Jährige erstickt war.

Leiche wurde Tage später gefunden

In Umsetzung seines Plans soll der 48-Jährige am 5. Januar bei der Filiale eines Geldinstituts in Walsum 250 Euro vom Konto seiner Mutter abgehoben haben. Die immer noch auf der Couch liegende aufgedunsene Leiche war einige Tage später gefunden worden. Seit 10. Januar sitzt der 48-Jährige in Untersuchungshaft.

Am ersten Verhandlungstag wurde nur die Anklage verlesen. Für das Verfahren sind bis Ende Juni vier weitere Verhandlungstage geplant.

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