Gericht

Duisburger (32) finanzierte mit Überfällen seine Drogensucht

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg: Wegen dreifachen Raubes steht ein 32-jähriger Duisburger vor dem Landgericht.

Der Gebäudekomplex des Land- und Amtsgerichts Duisburg: Wegen dreifachen Raubes steht ein 32-jähriger Duisburger vor dem Landgericht.

Foto: Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Um seine Sucht zu finanzieren, beging ein Mann drei Überfälle. Mit einem Messer bedrohte er eine Kassiererin. Vor dem Landgericht gestand er.

Wegen dreifachen Raubes steht ein 32-jähriger Duisburger vor dem Landgericht. Innerhalb von drei Monaten soll er 2017 einen Supermarkt in Rheinhausen und zweimal Passanten in der Innenstadt überfallen haben. Einen großen Teil der Anklage räumte der Drogensüchtige zu Beginn des Prozesses unumwunden ein.

So gestand er, am 15. März 2017 einen Supermarkt an der Kaiserstraße in Friemersheim beraubt zu haben. Er legte Lebensmittel auf das Kassenband, verlangte noch zwei Schachteln Zigaretten. Doch statt zu bezahlen, hielt er der Kassiererin ein Messer und eine Plastiktüte vor und verlangte Geld. Die verängstigte Frau packte knapp 380 Euro in die Tüte. Der Räuber packte Ware und Zigaretten ein und floh. Allerdings verlor er dabei einen Teil der Beute und das Messer.

Täter verlor mehrfach seine Waffe

Am späten Abend des 8. Mai 2017 war ein Passant an der Schwanenstraße in der Altstadt das nächste Opfer des 32-Jährigen. Er bedrohte den Mann mit einem Messer. Der händigte ihm daraufhin seine Geldbörse, in der aber nur Papiere waren, und sein Handy aus. Als der Angeklagte ihn fragte, ob der Geschädigte nicht noch Geld auf dem Konto habe, weil er dringend Drogen brauche, begleitete der Überfallene ihn zu einem Geldautomaten und hob 110 Euro ab, die er dem Räuber aushändigte.

An eine dritte Tat, bei der ein Rentnerpaar aus der Innenstadt überfallen wurde, will der Angeklagte sich aufgrund seines Drogenkonsums nur noch verschwommen erinnern. Er wisse nur noch, dass er an der Handtasche einer Frau gezogen habe, so der 32-Jährige. Tatsächlich soll sich die 68-Jährige heftig gewehrt haben, was zu einem Gerangel führte, in das auch noch ihr vier Jahre älterer Ehemann eingriff. Beide Rentner stürzten bei dem Kampf mit dem Räuber und zogen sich leichte Verletzungen zu.

Verfahren soll am 15. November abgeschlossen werden

Der 32-Jährige hatte sein Messer allerdings im Gefecht verloren. Als der 72-Jährige sich aufrappelte, die Tatwaffe aufhob und damit auf den Räuber zukam, suchte der sein Heil in der Flucht. „Meinem Mandanten tut das alles furchtbar Leid“, so der Verteidiger. „Er konsumierte zur Tatzeit erhebliche Mengen Kokain und Speed, hatte keine geregelte Arbeit und keine richtige Unterkunft.“ Das Verfahren soll am 15. November abgeschlossen werden.

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