6-Seen-Wedau

6-Seen-Wedau in Duisburg: Nahversorger-Vertrag vor Abschluss

Baubeginn für das Nahversorgungszentrum im neuen Stadtteil 6-Seen-Wedau in Duisburg soll 2021 sein.

Baubeginn für das Nahversorgungszentrum im neuen Stadtteil 6-Seen-Wedau in Duisburg soll 2021 sein.

Foto: Hans Blossey / blossey.eu

Duisburg.  Zwölf Bewerber gibt es für das Nahversorgungszentrum 6-Seen-Wedau. Kaufvertrag soll bis März stehen. Parkplätze, Gastronomie: Das sind die Pläne.

Die Pläne für das neue Nahversorgungszentrum im Megaprojekt 6-Seen-Wedau werden konkreter: Zwei Investoren aus dem Bieterverfahren stehen in der Endrunde. Der Sieger wird auch verantwortlich sein dafür, eine neue Nutzung umzusetzen für die beiden denkmalgeschützten Bauwerke auf dem Gelände. Die Vorschläge dafür sind vielfältig.

Zwölf Interessenten hatten sich als Investor für das Nahversorgungszentrum beworben. Welcher der beiden verbliebenen Kandidaten den Zuschlag erhält, soll sich im ersten Quartal 2020 entscheiden. Bis Ende März 2020 soll der Kaufvertrag stehen. Erst danach entscheidet sich, welche Betreiber für den geplanten Einzelhandel infrage kommen. Spätestens im Baugenehmigungsverfahren soll die Entscheidung hierüber fallen.

Neues Nahversorgungszentrum in Duisburg Wedau wird bis zu zwölf Meter hoch

Maximal 5500 Quadratmeter Verkaufsfläche sind für das neue Nahversorgungszentrum vorgesehen. Den Löwenanteil erhält der Vollsortimenter mit bis zu 2500 m2. Die restliche Fläche – das eigentliche Nahversorgungszentrum – teilen sich Lebensmitteldiscounter (1200 m2), Biomarkt (600 m2), Getränkemarkt (600 m2) und einige kleinere Läden für Feinkost, Schreibwaren, Blumen, Lebensmittel und Textilwaren.

Von außen sollen die Gebäude so aussehen: Materialien sind nicht vorgegeben, dafür aber die Höhe. Der östliche Teil darf drei Vollgeschosse besitzen und damit eine Gebäudehöhe von bis zu 11,70 Meter erreichen. Der westliche Gebäudeteil ist beschränkt auf ein Vollgeschoss und eine Höhe von 6,20 Metern.

Das neue Nahversorgungszentrum soll nicht nur die neuen Bewohner versorgen, sondern auch die Versorgungslücke schließen, die den Wedauern und Bissingheimern schon jetzt das Einkaufen schwer macht. Die bestehenden Läden in den beiden Stadtteilen könnten „die Grundversorgung nicht sichern“, heißt es in der Aufgabenstellung, mit der die DB Station & Service AG nach Investoren für das neue Nahversorgungszentrum gesucht hat; weder für die schon bestehenden und erst recht nicht für die neuen Wohngebiete. Das neue Zentrum sei für neue Bewohner wie etablierte Anwohner „auf kurzem Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad“ erreichbar.

230 Stellplätze für Autos, eigene Flächen für E-Autos und Car-Sharing

Und natürlich auch mit dem Auto. Rund 230 Stellplätze dürften auf dem Parkplatz angelegt werden. Dabei ist auch eine Kombination denkbar von ebenerdigem Parken mit zum Beispiel Stellplätzen auf dem Dach der Gebäude oder in einer Tiefgarage. Das Ganze soll hochwertig gestaltet, bepflanzt und fit für die Zukunft sein: Die Rede ist von „angemessenen Parkplatzbreiten“ und Flächen etwa für E-Autos oder Car-Sharing.http

Dennoch soll das neue Nahversorgungszentrum nicht nur Anfahrstelle für Autos sein: Es soll auf „eine sinnvolle Führung von Radfahrern und Fußgängern“ geachtet werden, lautet die Vorgabe, auch soll es genügend Fahrradparkplätze geben. Spiel- und Sitzgelegenheiten sollen den Platz vor den Geschäften ebenso beleben wie Außengastronomie.

Baudenkmäler in Duisburg-Wedau neu nutzen: Ideen von Gastronomie bis Ausstellungen

Mit dem Kauf des Grundstücks erwirbt der Investor von der Deutschen Bahn auch das nahe gelegene historische und denkmalgeschützte Stellwerk 2 und das sogenannte BASA-Gebäude; einen Bunker, der im Zweiten Weltkrieg als Schutz für das Fernmeldenetz der Deutschen Reichsbahn diente. Für beide soll sich der Investor etwas einfallen lassen: „Beide Gebäude sollen saniert und einer sinnvollen Nutzung, insbesondere mit zusätzlicher belebender Wirkung für den Platz, zugeführt werden.“ Das Ziel: „Die neu inszenierten Baudenkmäler sollen dem Zentrum eine besondere Atmosphäre verleihen.“ Die vorliegenden Nutzungsvorschläge der Investoren reichen von Ausstellungsflächen bis zu Gastronomie.

Investoren-Auswahl: Das Geld spielt die größte Rolle

Auf gestalterische Vorgaben haben Stadt, Gebag und Bahn allerdings verzichtet, für die erhoffte hohe Qualität des Entwurfs sollte ein Investorenwettbewerb sorgen. Das Geld spielt dabei die größte Rolle: Für die Auswahl entscheidend ist zu 50 Prozent der gebotene Kaufpreis. Die übrigen 50 Prozent verteilen sich auf Architektur (20 Prozent) sowie mit je zehn Prozent auf Freiraumgestaltung, Städtebau und Innovation. Die Auswahl traf ein Gremium aus Vertretern von Politik, Stadt und Gebag, DB Immobilien, BEG NRW sowie Fachleuten der RWTH Aachen.

Der Bau des Nahversorgungszentrums soll 2021 beginnen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben