Kunst & Kultur

Duisburg zeigt Ausstellung zum Trinkverhalten der antiken Griechen

Freuen sich auf die Ausstellungseröffnung im Duisburger Kultur- und Stadthistorischen Museum: (v. l.) Dr. Andrea Gropp , Dr. Yvonne Gönster und Museumsdirektorin Dr. Susanne Sommer.

Freuen sich auf die Ausstellungseröffnung im Duisburger Kultur- und Stadthistorischen Museum: (v. l.) Dr. Andrea Gropp , Dr. Yvonne Gönster und Museumsdirektorin Dr. Susanne Sommer.

Foto: FUNKE Foto Services

Duisburg.  Die Ausstellung „Freue Dich und trinke wohl!“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum widmet sich dem antiken Symposion der Griechen.

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Symposion – dieser Begriff stand im antiken Griechenland für „Gemeinsames Trinken“. Doch betteten sich die Herren nicht einfach auf ihre mit Kissen und Decken bestückten Holzliegen, damals Klinen genannt, um sich einem schnöden Saufgelage hinzugeben. Nein, neben dem Genuss guten Weins stand stets auch das geistige und körperliche Vergnügen im Vordergrund. „Das reichte von Musikdarbietungen und Geschicklichkeitsspielen über politische Diskussionen bis hin zum Flirt und Vergnügen mit käuflichen Damen“, erzählt Dr. Yvonne Gönster.

Die studierte Archäologin (35) aus Wuppertal ist Kuratorin der neuen Ausstellung im Kultur- und Stadthistorischen Museum, die den süffisanten Titel „Freue Dich und trinke wohl! Das antike Symposion der Griechen“ trägt. Die Eröffnung ist an diesem Sonntag um 11 Uhr. Zu sehen sein wird die sehenswerte Ausstellung im Haus am Innenhafen bis zum 15. Januar 2015.

Sammlungsbestände aus Münster und Bochum integriert

„Das Thema der Ausstellung inspiriert zu einem humorigen Austausch“, sagt Museumsdirektorin Dr. Susanne Sommer bei einem Rundgang, während letzte Aufbauarbeiten laufen. Gezeigt werden über 80 Ausstellungsstücke, von denen ein Teil die Uni-Sammlungen in Münster und Bochum zur Verfügung gestellt haben. Der Löwenanteil stammt aber aus dem Bestand der Sammlung Köhler-Osbahr. Deren Betreuerin Dr. Andrea Gropp erarbeitete mit Kuratorin Gönster innerhalb eines halben Jahres die Ausstellung. „In einer so kurzen Zeit haben beide etwas sehr Schönes geschaffen“, lobt Direktorin Sommer.

Beeindruckend sind etwa die alten Amphoren, in denen einst der Wein aufbewahrt wurde und von denen nun so manches Exemplar in den Glasvitrinen im Scheinwerferlicht erstrahlt. In einem so genannten „Krater“ (die Betonung liegt auf der zweiten Silbe) mischte der Symposiarch (er war der Zeremonienmeister des Abends) den Wein mit Wasser. „Der Wein durfte nicht pur getrunken werden, das war allein den Göttern vorbehalten“, erklärt Gropp.

Der Symposiarch legte auch stets das Gesprächsthema des Abends fest. „Es wurde aber auch viel gesungen und die Trinklieder hatten oft einen philosophischen Inhalt“, weiß Gönster.

Begegnung mit Weingott Dionysos

Der Raum, in dem sich die zehn bis zwanzig Teilnehmer eines Symposions trafen, hieß Andron. Eine verkleinerte Ausgabe haben die Ausstellungsmacher nachgebaut. Und natürlich darf auch Weingott Dionysos beim Rundgang nicht fehlen: Ein lebensgroßer Gipsabguss zeigt ihn auf dem Arm des Hermes, der ihn der Sage nach ans Ende der Welt bringt, um ihn vor dem Zorn der Götter zu schützen. Auch die wunderschöne Aphrodite blickt den Besuchern als Gipsabguss verführerisch in die Augen. Sie ist Leihgabe eines Münchner Privatsammlers.

Viele wissenswerte Fakten rund um Wein, Weib und Gesang werden auf den Infotafeln vermittelt. Etwa, dass bei den Athenern die Ehefrauen an einem Symposion nicht teilnehmen durften, bei den Etruskern hingegen schon. Oder dass das Alleintrinken verpönt war. „Das war nur etwas für Barbaren“, stellt Gropp klar.

Zum Abschluss zeigt Kuratorin Gönster noch eine Vitrine, in der eine von vielen Trinkschalen aufgestellt ist und die eine Verzierung samt aufgemalter Inschrift trägt. Diese ist in Alt-Griechisch verfasst. Und was steht da nun? Da lacht Gönster und übersetzt: „Freue Dich und trinke wohl!“

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