Start-ups

Duisburg wird Heimathafen für Gründer und Zukunftsmacher

Programmstart Impact Factory Duisburg am 15.07.2019 auf dem Haniel-Campus Foto : Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Programmstart Impact Factory Duisburg am 15.07.2019 auf dem Haniel-Campus Foto : Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

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Duisburg.  17 Start-ups haben von der Impact Factory ein Stipendium erhalten. Die Gründer vereint: Sie wollen die Welt zu einem besseren Ort machen.

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Die Impact Factory hat die diesjährigen Gründer vorgestellt, die ein kostenfreies Stipendium erhalten. Auf dem Haniel Campus in Ruhrort kamen die Jungunternehmer zusammen, um die Konzepte und Ideen hinter ihren Projekten vorzustellen. Was die 17 ausgewählten Gründer vereint: Sie wollen die Welt zu einem besseren Ort machen und soziale, gesellschaftliche oder ökologische Probleme lösen. Das Ideenspektrum ist vielfältig – es geht etwa um Einkaufstüten aus neuem reißfesten Material oder um neue Beleuchtungstechnik für Pflanzen und Gewächshäuser.

Kostenlose Workshops und Austausch für Gründer

Zwölf Monate werden die Gründer nun durch Coaches und Mentoren begleitet. Sie erhalten Maßnahmen, um ein wirtschaftlich tragfähiges und zugleich nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Dazu zählen Workshops, Kreativwerkstätten und vor allem ein intensiver Austausch.

„Wir möchte Leuchttürme im Ruhrgebiet schaffen“, sagt Dirk Sander, Programm-Manager der Impact Factory.

Die ausgewählten Unternehmen kommen dabei aus ganz Deutschland, finden aber nun in Duisburg einen neuen Heimathafen. Als Zentrum mit Ausbildungs- und Netzwerkpartnern möchte die neugeschaffene Impact Factory wie ein Katalysator für die Unternehmer wirken. „Wir möchten mit der Gründung von Sozialunternehmen den ökonomischen Wertewandel hier im Ruhrgebiet transportieren“, sagt Sander.

Gründer: 40 Prozent Frauenanteil

Etwa 60 Start-ups hatten sich beworben, 17 Unternehmen erhalten nun das einjährige Stipendium. Der Frauenanteil bei den Gründern liegt bei 40 Prozent. Um dem Entwicklungsstand der unterschiedlichen Unternehmen gerecht zu werden, hat die Impact Factory drei Kategorien etabliert: Die „Create-up“, die „Scale-up“ und die „Fellows“.

In der „Create-up“-Gruppe sind fünf Start-ups, die noch ganz am Anfang stehen. „Sie sind noch im Schöpfungsprozess“, sagt Sander. Sie haben eine Lösungsidee für ein relevantes gesellschaftliches Problem, aber noch kein tragfähiges Geschäftsmodell erarbeitet. So wie das Start-up „PickyPack“ aus Essen. Die Gründer wollen eine Einkaufstüte aus neuem reißfesten Material auf den Markt bringen. Oder „Mit Kidz“ aus Bochum – sie entwickeln eine Plattform, die verschiedene Freizeitangebote in NRW darstellt und hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit kategorisiert.

Gründerin aus Duisburg erhält Stipendium

Lokalmatadorin ist Christine Bleks, die ein Stipendium für das Duisburger Projekt „Bildung für Wohnen“ erhält. Seit 2012 gibt es das Projekt schon in Duisburg-Marxloh. Das Konzept: Eine Hausaufgabenbetreuung für sozial benachteiligte Kinder durch Studierende und Bundesfreiwilligendienstler, die im Gegenzug dafür kostenlos in einer WG wohnen dürfen.

Bisher finanziert sich das Projekt – eher schlecht als recht – aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, durch das Kinder aus Familien, die Transferleistungen beziehen, mit Geld für Nachhilfe gefördert werden können. „Aber das Geld kommt nicht an“, sagt Bleks. Der Grund ist etwa das komplizierte Antragsverfahren. „Ich bin hier, um ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln und um nicht mehr auf Spendengelder angewiesen zu sein“, erklärt Bleks.

Austausch mit erfahrenen Gründern

Die fünf Start-ups der Kategorie „Scale-up“ sind da schon weiter: Sie haben ein Geschäftsmodell getestet und verfügen über einen Prototypen. Jetzt soll es um das Wachstum des Unternehmen gehen. So etwa die Firma „Envio“, die eine neue LED-Beleuchtungstechnik für Pflanzen im Gewächshaus anbietet, um Energie zu sparen und das Pflanzenwachstum zu beschleunigen.

Zur Kategorie „Fellow“ zählen sieben Unternehmen, die bereits vielversprechende Geschäftsmodelle etabliert haben, aber noch punktuelle Unterstützung brauchen. Über das Stipendium erhalten die Gründer nun Zugang zu Netzwerkpartnern und unterstützen im Gegenzug die anderen Teams, die noch am Anfang der Entwicklung stehen. Dazu zählt etwa das Düsseldorfer Start-up Atisan: Mit sozial-ökologisch produzierten, fair gehandelten Wohnaccessoires soll das Handwerk in einkommensschwachen Ländern des globalen Südens nachhaltig gefördert werden. Oliver Kuschel von Impact Factory freut sich auf die Zusammenarbeit und schätzt den Unternehmergeist der Gründer: „Nachhaltiges Wirtschaften gehört, zumindest bei der jüngeren Generation, längst nicht mehr nur zum guten Ton, sondern ist ein Muss geworden.“

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